Das Winternotprogramm der Stadt Hamburg wird auch am Dienstag ganztägig geöffnet sein. Das teilte die Sozialbehörde dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag auf Nachfrage mit. „Wir bewerten die aktuelle Wetterlage neu, von Tag zu Tag“, so Behördensprecher Wolfgang Arnhold. Die Behörde hatte am vergangenen Donnerstag zunächst mitgeteilt, das Winternotprogramm werde aufgrund der Wetterlage bis vorerst einschließlich Montag ganztägig geöffnet sein.
Die Diakonie Hamburg forderte zu Wochenbeginn die Beibehaltung der ganztägigen Öffnung des Winternotprogramms. „Bei den für Dienstagvormittag vorhergesagten Temperaturen und Witterungsbedingungen sollte niemand draußen unterwegs sein, wenn es nicht unbedingt erforderlich ist“, sagte Diakonie-Pressesprecher Malte Habscheidt laut Mitteilung.
Kälte für Obdachlose gefährlich
„Das Tauwetter und die überfrierende Nässe - und überhaupt diese Kälte, vor der jeder, der kann, sich in die warmen vier Wände flüchtet - sind für die oft ohnehin geschwächten obdachlosen Menschen eine Gefahr“, erklärte Habscheidt.
Aktuell stehen den rund 3.800 obdachlosen Menschen in Hamburg etwa 1.300 Notübernachtungsplätze zur Verfügung. Die Diakonie Hamburg setzt sich für eine generell ganztägige Öffnung der Räume des Winternotprogramms ein. Sie fordert außerdem einen Hamburger Aktionsplan gegen Obdach- und Wohnungslosigkeit, „um dem Ziel, diese bis 2030 abzuschaffen, näher zu kommen“, wie sie mitteilte.