Die Hamburger Linksfraktion fordert vom Senat mehr Einsatz für obdachlose Menschen. „Der Senat muss endlich ausreichend Unterbringungsplätze schaffen und die Vermittlung in dauerhaften Wohnraum massiv ausbauen“, erklärte Olga Fritzsche, sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion, laut Mitteilung am Mittwoch. Die Fraktion verwies auf eine Senatsantwort, derzufolge in Hamburg derzeit 2.196 wohnungslose Menschen auf einen Platz in einer öffentlich-rechtlichen Unterkunft der Stadt warten. Hinzu kämen 1.112 sogenannte Überresidente in den Erstaufnahmeeinrichtungen, die ebenfalls auf eine Unterbringung warteten.
„Dass tausende Menschen in Hamburg trotz Obdach- oder Wohnungslosigkeit keinen Platz in einer Unterkunft bekommen, ist ein unhaltbarer Zustand“, erklärte Fritzsche. Zugleich seien auch die Notunterkünfte für obdachlose Menschen sowie spezialisierte Angebote, etwa für junge obdach- und wohnungslose Menschen, nahezu vollständig ausgelastet.
Mehr als ein Dach über dem Kopf
Fritzsche sagte, eine Unterkunft sei „weit mehr als nur ein Dach über dem Kopf: Sie ist die Voraussetzung dafür, Stabilität zu gewinnen und den Weg zurück in ein eigenständiges Wohnen zu ermöglichen“. Schon jetzt hätten wohnungslose Menschen auf dem angespannten Wohnungsmarkt kaum eine Chance. „Wenn sie nun nicht einmal mehr einen Platz in einer Unterkunft bekommen, verschärft sich ihre Notlage weiter.“ Wer Menschen nicht einmal einen sicheren Schlafplatz bieten könne, „verwaltet Wohnungslosigkeit nicht nur - er zementiert sie“, kritisierte Fritzsche.