Manuela Schwesig würdigt Günther Uecker bei Gedenkfeier in Schwerin
Schwerin (epd).

Im Staatlichen Museum Schwerin hat am Mittwoch eine Gedenkfeier für den ein Jahr zuvor verstorbenen Maler und Objektkünstler Günther Uecker (1930-2025) stattgefunden. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte während der Gedenkfeier am ersten Todestag Ueckers laut Mitteilung der Staatskanzlei: „Es gibt diese Menschen, die aus wenig, aus scheinbar Alltäglichem, etwas Besonderes erschaffen.“ Uecker habe Nägel genutzt. „Er erschuf damit lebendige Reliefs. Bilder, die nicht die Wirklichkeit abbilden, sondern etwas Eigenes in die Welt setzen. Was wir darin sehen, liegt an uns.“ Mit Uecker sei im vergangenen Jahr „ein Sohn Mecklenburg-Vorpommerns“ und „einer der bedeutendsten Künstler der deutschen Nachkriegszeit“ gestorben. Günther Uecker wurde am 13. März 1930 in Wendorf (bei Schwerin) geboren. Er starb am 10. Juni 2025 im Alter von 95 Jahren in Düsseldorf.

Auch wenn ihn sein Weg weit über die Grenzen des Landes hinausgeführt habe, sei Uecker seiner Heimat stets tief verbunden geblieben, sagte Schwesig. Seit der Vereinigung Deutschlands habe er sich für Kunstdenkmäler, Kunstsammlungen und künstlerische Initiativen in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt. Rerik verdanke Uecker das neue Kirchendach und zwei Kirchenglocken. Ausstellungen von ihm seien in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg zu sehen gewesen. Das Günther-Uecker-Institut in Schwerin habe den Anbau des Museums unterstützt und fördere heute internationale Forschung zur zeitgenössischen Kunst. „Im Schweriner Dom begegnet uns Günther Uecker weiter in seinen Werken. Die von ihm gestalteten Lichtbogenfenster hat uns Günther Uecker vor zwei Jahren geschenkt“, erinnerte Schwesig.

Günther Uecker studierte zunächst Malerei in Wismar, ging 1953 nach Westberlin und kam 1955 nach Düsseldorf, wo er an der Kunstakademie bei Otto Pankok sein Studium fortsetzte. 1961 schloss er sich der von Heinz Mack und Otto Piene gegründeten Gruppe „Zero“ an. Von 1974 bis 1995 unterrichtete er als Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf. Bekannt wurde er vor allem mit seinen reliefartigen Nagelbildern. In den letzten Jahren seines Lebens hatte er vier Fenster für den Schweriner Dom gestaltet.