Den zweiten Sonntag im September haben sich vermutlich viele Menschen in ihrem Terminkalender vorgemerkt. Denn dann wird in Deutschland traditionell der „Tag des offenen Denkmals“ begangen, an dem Interessierte überwiegend kostenfrei Baudenkmale besichtigen können. Zum Teil auch solche, in die sie sonst nicht reinkommen. Der Aktionstag soll die vielseitige Baukultur erlebbar machen. In diesem Jahr findet er am 13. September statt. Die zentrale Eröffnungsveranstaltung soll in Bamberg (Bayern) erfolgen.
Bereits jetzt sind nach Angaben der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) bundesweit mehr als 5.500 Denkmale für das größte Kulturevent Deutschlands angemeldet worden, darunter Güterbahnhöfe, Bunker, Gartenstädte, Fabrikanlagen, Brückenhäuser, Gaswerke oder alte Backstuben. Es wird laut DSD Denkmalöffnungen mit abwechslungsreichen Programmpunkten sowie zusätzlich über 800 Denkmal-Touren geben. Viele Angebote stehen unter dem Jahresmotto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“.
Über 200 Denkmale in MV
Für Mecklenburg-Vorpommern liegen nach DSD-Angaben bislang 202 Anmeldungen mit über 270 Programmpunkten vor. Dazu gehören neben diversen Kirchen, Klöstern, Schlössern sowie Guts- und Herrenhäusern unter anderem die Wassermühlen in Dodow, Reinshagen und Roidin, das Kapitänshaus in Altwarp, das Stellwerk B2 am Bahnübergang in Teterow, die Alte Kacheltöpferei in Waren und ein Industriellen-Wohnhaus in Stralsund.
Der Kornspeicher Badstüberstraße 30 in Barth (Landkreis Vorpommern-Rügen) wird beispielsweise nur zu den am 12. und 13. September geplanten Führungen geöffnet sein. Auch in das Lokschuppenareal in Neubrandenburg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) gibt es nur Zutritt zu der am 13. September vorgesehenen, zweistündigen geführten Besichtigung. Die sonst geschlossenen Räume der Johannisloge Harpokrates zur Morgenröthe am Schweriner Schlachtermarkt können im Rahmen einer dreistündigen Führung ab 10 Uhr besichtigt werden.
Für alle was zu finden
„Ob als Erstbesucher oder Dauerfan, alleine oder mit der ganzen Familie, der Tag des offenen Denkmals bietet für alle interessierten Menschen gleichermaßen die Möglichkeit, sich mit der historischen Umgebung oder traditionellem Handwerk zu beschäftigen und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Berührungsängste sind hier fehl am Platz“, sagt DSD-Mitarbeiterin Sarah Wiechers.
Im Fokus stünden „Orte, an denen Menschen Verbindungen schaffen, Versorgung organisieren und Infrastruktur leben“. Dazu gehöre beispielsweise in Brandenburg die über 400 Jahre alte Schmiede Werneuchen, in der Interessierte mit historischem Werkzeug schmieden könnten. In Rheinland-Pfalz könnten sich Besuchende in der ehemaligen Tuchfabrik Gebrüder Haas in Lambrecht auf Gespräche mit Augenzeugen freuen und an einem Tuchfabrik-Quiz teilnehmen.