Kirche in Hanerau-Hademarschen wird saniert
Hanerau-Hademarschen (epd).

Nach mehr als zehnjährigem Rechtsstreit hat die Sanierung der evangelischen Kirche St. Severin in Hanerau-Hademarschen bei Rendsburg begonnen. Jeden Tag könne der Fortschritt der Arbeiten beobachtet werden: „Es ist so toll zu sehen, dass es endlich voran geht“, sagt Diana Krückmann, Pastorin der Kirchengemeinde Hanerau-Hademarschen. Seit mehr als zwölf Jahren ist St. Severin geschlossen.

Zum Auftakt wurde das Gebäude außen und innen mit einem 3D-Scanner digital vermessen, um die Daten für den Denkmalschutz zu dokumentieren. Die alten Grabsteine und die alte Glocke seien bereits ausgelagert, die Fenster zur Reparatur herausgenommen worden. „Wir bauen hier nicht einfach die Kirche wieder auf, sondern die siebte Kirche an der gleichen Stelle“, sagt Krückmann. Die erste Holzkirche hier sei aus dem Jahr 925. Seitdem wurde die Kirchen einige Male neu aufgebaut und erweitert.

Dach kann bleiben

Am 26. Dezember 2003 brannte die St. Severin Kirche nahezu vollständig aus. Ursache war ein Defekt im Mehrfachstecker der Weihnachtsbaumbeleuchtung. Durch eine falsche Mörtelmischung beim Wiederaufbau zerfiel das Mauerwerk. 2014 begann ein Rechtsstreit, der 2024 zugunsten der Kirchengemeinde ausging: Die Versicherungen der Baubeteiligten mussten 2,1 Millionen Euro zahlen.

„Der Boden der Kirche kann erhalten werden und ist mit Holzbrettern vor den Sanierungsarbeiten geschützt“, erklärt Architektin Kerstin Solterbeck. Auch im Chor, also dem Altarbereich, können einige Steine bleiben, wo sie vor dem Brand waren. „Und zum Glück kann auch das Dach bleiben“, sagt Krückmann. Das sei es dann aber auch gewesen. Der Rest werde komplett erneuert und in dem sichtlich moderneren Stil eines Kalksandstein-Mauerwerks wieder aufgebaut.

Die größte Herausforderung sei das Dach. „Das Dach muss mithilfe eines Holzgerüstes und Stahlträgern angehoben werden, während wir neue Mauern darunter bauen“, sagt Solterbeck. „So etwas machen wir auch nicht jeden Tag.“ Trotzdem sei sie zuversichtlich, dass die Fertigstellung wie geplant für Dezember klappen wird.

Spendenaktionen geplant

Die Aufbruchstimmung sei im ganzen Dorf zu spüren. „Viele wollen helfen die Kriche zurück ins Dorf zu holen, Bäcker Thiessen zum Beispiel backt jede Woche eine andere Köstlichkeit und spendet uns zehn Prozent des Erlöses“, sagt die Pastorin. Die Hilfe sei nötig.

Zwar bekam die Gemeinde am Ende des Rechtsstreits 2,1 Millionen Euro zugesprochen. „Reichen wird das nicht“, sagt Krückmann. Deshalb werden verschiedene Spendenaktionen geplant. Und eine Auktion, bei der Steine aus dem alten Mauerwerk ersteigert werden können. Dafür sei auch ein Baustellengottesdienst am 28. Juni (10 Uhr) geplant, bei dem Propst Matthias Krüger predigen wird. „Und das vermutlich in einer Baggerschaufel“, sagt Krückmann und lacht. „Lasst euch überraschen.“

Bis zur Öffnung werden die Gottesdienste weiterhin in der St. Johannes Kirche in Gokels und dem Gemeindehaus Hademarschen stattfinden. In der Zeit ohne Kirche, konnte zudem am Kanal oder der Wassermühle ein neuer kirchlicher Raum gewonnen werden. „Den wollen wir auch beibehalten“, sagt Krückmann. Auch eine Wohnzimmerkirche im Gemeindehaus sei weiterhin geplant. „Wir wollen flexibel bleiben“, sagt sie und lacht. „Aber jetzt freuen wir uns schon sehr auf unsere neue Kirche.“

Von Rebekka Krüger (epd)