Termingarantie beim Facharzt: Ärztegewerkschaft kritisiert Miersch
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Termingarantie beim Facharzt: Ärztegewerkschaft kritisiert Miersch
Hannover (epd).

Die Ärztegewerkschaft Hartmannbund hat die Forderung des SPD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Matthias Miersch, nach einem Recht auf zeitnahe Facharzttermine für gesetzlich Versicherte als realitätsfremd zurückgewiesen. „Herr Miersch scheint offensichtlich den Alltag in einer Praxis in Deutschland nicht zu kennen“, sagte die Vorsitzende des niedersächsischen Landesverbandes Anke Lesinski-Schiedat. Die Terminnachfrage in den Praxen sei immens „und die Kapazitäten endlich“, betonte die Professorin für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.

Deshalb gehe Mierschs Vorschlag einer Termingarantie „in eine völlig falsche Richtung“, betonte die Verbandschefin. Praxen durch ein von Miersch angeregtes Bonus-Malus-System „noch zusätzlich an den Pranger zu stellen, würde die ohnehin belasteten Teams zusätzlich unter Druck setzen“, betonte sie. Dies könne niemand wollen, dem an einer optimalen ambulanten Versorgung und Patientensteuerung gelegen sei. Zudem ignoriere Miersch, dass nicht jeder Termin beim Facharzt in gleicher Weise medizinisch notwendig sei.

Aufklärung, Prävention und digitale Kommunikation entlasten Praxen

Sinnvoll seien stattdessen Vorschläge, die auf bessere gesundheitliche Aufklärung und auf Prävention abzielen und digitale Kommunikation stärken, damit die Praxen von Organisationsaufgaben entlastet und ihre Zeit effektiver in die Behandlung von Patientinnen und Patienten investieren könnten. Gefragt sei dabei vor allem die Gesetzliche Krankenversicherung.