Auf Social-Media-Kanälen sind in den vergangenen Tagen Fake-Profile des Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und Hildesheimer Bischofs, Heiner Wilmer, aufgetaucht. „Bei Instagram haben wir bereits erreicht, dass der Fake-Account gelöscht worden ist“, sagte Sprecher Volker Bauerfeld vom Bistum Hildesheim dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bei TikTok kursiere das Profil mit dem Namen „bischofheinerwilmer“ jedoch noch: Eine umgehende Löschung des Fake-Accounts sei angemahnt.
Die DBK sieht das Erstellen solcher Fake-Profile eher als eine Randerscheinung. In den vergangenen Jahren sei einmal auf der Plattform „X“ auch ein Profil des früheren Vorsitzenden Georg Bätzing erstellt worden, sagte eine Sprecherin dem epd. In der Regel würden die Profile schon innerhalb von Stunden als Fake erkannt, gemeldet und dann auch gelöscht. „Meistens ist auch deutlich zu erkennen, dass es Fake-Profile sind, wenn es kaum Followerzahlen gibt.“
Falsche Todesnachricht des Papstes
Über Bätzings falschen Account wurde im Juli 2022 die falsche Todesnachricht des emeritierten Papstes Benedikt XVI. veröffentlicht. Ein falsches Social-Media-Profil des Bischofs der Diözese Rotenburg Stuttgart, Klaus Krämer, hatte im vergangenen September fälschlicherweise behauptet, der deutsche Kardinal Walter Kasper sei gestorben. Hinter diesen Profilen steckte Medienberichten zufolge Tommaso Debenedetti, ein italienischer Verfasser von Fake-News, der insbesondere falsche Todesmeldungen prominenter Menschen in den Medien platzieren wolle.
Auch in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gebe es vereinzelt Fake-Accounts von leitenden Geistlichen auf Instagram und Facebook, sagte eine Sprecherin dem epd. Durch schnelles Melden würden diese aber oft innerhalb weniger Stunden wieder gelöscht. „Offizielle Accounts haben üblicherweise ein vollständiges Impressum mit einem Link auf eine offizielle Homepage.“
Bischof Wilmer verfügt über keine eigenen Kanäle
Das Bistum Hildesheim betonte, Bischof Wilmer verfüge aktuell nicht über eigene Social-Media-Kanäle, sondern sei auf den Social-Media-Kanälen des Bistums und in seiner Funktion als DBK-Vorsitzender auf den jeweiligen Social-Media-Kanälen präsent. „Wer also auf einen vermeintlich eigenen Social-Media-Kanal von Bischof Wilmer stößt, kann davon ausgehen, dass dieser nicht echt ist.“ Wer sich dennoch unsicher sei, könne sich auch an die Kommunikationsabteilung des Bistums wenden.
Zunächst hatte das Nachrichtenportal katholisch.de über den Fall berichtet. Die Beiträge auf TikTok sind häufig mit dem Lied „Ave Maria“ hinterlegt, stammen allerdings alle vom gleichen Tag. Das Fake-Profil zählt derzeit rund 20 Follower, die Bilder, die Wilmer unter anderem an der Seite des derzeitigen Papstes Leo XIV. zeigen, erhielten rund 300 Likes.
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