Der Gewöhnliche Natternkopf ist die Wildpflanze des Jahres
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Der Gewöhnliche Natternkopf ist Wildpflanze des Jahres
Blauer Insektenmagnet gilt als Käfer-Liebling

Sein zuckersüßer Nektar lockt Insekten an: Der Gewöhnliche Natternkopf ist Wildpflanze des Jahres und wird auch „Blauer Heinrich“ genannt. Er wächst an Wegrändern und auf Brachflächen. Auch im heimischen Staudengarten fühlt er sich wohl.

Durmersheim/Mainz (epd). Er ist zuckersüß und deshalb besonders bei Käfern, Bienen und Schmetterlingen beliebt: Der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare) ist wegen seines Nektars, mit einem Zuckergehalt von bis zu 25 Prozent, ein wahrer Insektenmagnet und lockt zahlreiche Bestäuber an.

Der Gewöhnliche Natternkopf ist Wildpflanze des Jahres 2026. Damit will der Verband Bioland in Mainz gemeinsam mit der Umwelt- und Naturschutzorganisation Naturgarten auf die Bedürfnisse heimischer Insekten und die Bedeutung entsprechender Wildpflanzen aufmerksam machen. Der Natternkopf sei ein „Türöffner in die Welt der Insekten“, sagt Carola Hoppen, Vorständin des Vereins Naturgarten (Bonn).

Pflanze lockt Schmetterlinge und Wildbienen an

Umgangssprachlich wird die Pflanze, die ab Mai zunächst rosa, später blau verfärbt blüht, auch „Blauer Heinrich“ genannt. Dabei ist die Staude mehr als ein schöner Blickfang. Auf sie fliegen nicht nur Käfer, sondern auch 42 Arten von Schmetterlingen sowie 39 Arten von Wildbienen, etwa die Natternkopf-Mauerbiene. Sie orientieren sich dabei am UV-Licht, das die Blüten reflektieren.

Um den Natternkopf und die von ihm lebenden Insekten zu schützen, müssen seine Wuchsorte erhalten werden. Er wächst bevorzugt auf trockenen, sandigen bis steinigen Böden im heimischen Garten ebenso wie an Wegrändern, brachliegenden Flächen oder Bahnböschungen. Für Artenvielfalt sorgt er auch auf naturnahen Friedhöfen und sogar auf Verkehrsinseln.

Blühende Verkehrsinsel als Insektenbuffet

Als „Natur nah dran“- Gemeinde 2024 verwandelte die Stadt Durmersheim (Kreis Rastatt) einen Verkehrskreisel mit Margeriten, Natternkopf und anderen Wildpflanzen und schuf damit ein perfektes Buffet für Wildbiene und Co. „Natur nah dran“ ist ein Gemeinschaftsprojekt vom NABU und dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg.

Blüten erinnern an Kopf einer Schlange

Der Name Natternkopf stammt von der Form der Blüten, die an den Kopf einer Natter erinnern soll. Die Staubgefäße, die aus den Blüten hängen, ähneln einer gespaltenen Schlangenzunge. Früher galt der Gewöhnliche Natternkopf deshalb auch als Heilmittel gegen Schlangenbisse.

Ein Tee aus Natternkopfkraut gilt zudem als Heilmittel gegen Erkältungen, Fieber und Kopfschmerzen. Ein Brei aus frischen Pflanzenteilen soll bei Verstauchungen, Zerrungen und Quetschungen helfen.

Verwandt mit Borretsch und Beinwell

Die zweijährige Wildpflanze ist nicht nur in Deutschland und ganz Europa weitverbreitet, sondern auch im westlichen Asien. Sie gehört zur Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae), was die borstige Behaarung an Stängeln und Blättern eindrucksvoll belegt. Zur Gattung Echium gehören über 60 Arten. Zu seinen nahen Verwandten zählen Borretsch und Beinwell.

Der Gewöhnliche Natternkopf bildet eine tiefe Pfahlwurzel und treibt im ersten Jahr eine Blattrosette. Im zweiten Jahr entwickelt er einen aufrechten Stiel von bis zu 80 Zentimeter Wuchshöhe.

Weitere Informationen: https://s.epd.de/3upq und https://s.epd.de/3upr

Projekt Natur nah dran: https://s.epd.de/2xiw

Flyer Blühende Verkehrsinseln: https://s.epd.de/3un4

Von Christine Süß-Demuth (epd)