Seit einem Jahr steht Christiane Tietz an der Spitze der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Sie will nicht nur ans Sparen denken.
Frankfurt a.M. (epd). Aus Sicht der hessen-nassauischen Kirchenpräsidentin Christiane Tietz sollte sich die evangelische Kirche trotz Spardrucks nicht aus der Fläche zurückziehen. „Gerade in den ländlichen Regionen ist die Erwartung an Kirche nach wie vor sehr hoch, die Menschen im Alltag zu begleiten“, sagte Tietz der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (10. Februar).
„Wir sagen nicht, wer sich für Kirche interessiert, der kann nach Frankfurt fahren oder ins Rhein-Main-Gebiet, um dort den Gottesdienst zu besuchen“, sagte Tietz, die seit einem Jahr leitende Geistliche der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau ist. „Sondern wir wollen, so gut es unter den gegenwärtigen Bedingungen geht, noch vor Ort zu sein“, fügte sie hinzu.
Angesichts sinkender Mitgliederzahlen und Einnahmen sprach sich die 58 Jahre alte Theologin dafür aus, nicht nur über das Sparen nachzudenken. „Wir sollten auch versuchen, beim Fundraising und im Stiftungswesen aktiver zu werden. Außerdem müssen wir sichtbarer machen, was wir als Kirche täglich leisten“, sagte Tietz.
Zusammenarbeit der Akademien
Zwischen den 20 Landeskirchen in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt es ihren Worten zufolge einen großen Wunsch nach Zusammenarbeit. So planten die Evangelische Akademie der Pfalz und die Evangelische Akademie Frankfurt eine engere Kooperation. Daran könnte sich aus Tietz' Sicht auch die Akademie in Hofgeismar beteiligen, die von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck getragen wird.
Zur Zukunft der Akademie in Frankfurt sagte sie: „Frankfurt ist ein ganz wichtiger Standort für die evangelische Akademiearbeit. Uns ist wichtig, dass er erhalten bleiben kann.“