Jugendbibliothek zeigt Schau zu Wimmelbuch-Erfinder Ali Mitgutsch
s:103:"Die bunten Wimmelbücher des Münchner Grafikers Ali Mitgutsch haben Generationen von Kindern geprägt.";
Die bunten Wimmelbücher des Münchner Grafikers Ali Mitgutsch haben Generationen von Kindern geprägt.
München (epd).

Die Internationale Jugendbibliothek (IJB) München zeigt ab 16. September erstmals eine umfassende Werkschau des Wimmelbuch-Erfinders Ali Mitgutsch (1935-2022). Der Münchner Grafiker habe 1968 mit seinem ersten Bilderbuch „Rundherum in meiner Stadt“ eine „kleine Revolution in den Kinderzimmern“ ausgelöst, teilte die IJB am Donnerstag mit. Obwohl einige Experten anfangs pädagogische Bedenken gehabt hätten, seien die Bücher von Kritikern gefeiert und mit Preisen ausgezeichnet worden. Das Genre sei als „wimmel books“ weltweit bekannt geworden.

Mitgutschs künstlerisches Werk umfasse neben den Wimmelbüchern aber auch Sachbilderbücher, Märchen und Objekte wie die sogenannten „Traumkästen“, dazu Zeichnungen, Fotos und Skizzen. Die Ausstellung mit dem Titel „Augen auf! Ali Mitgutsch und das große Gewimmel“ präsentiere viele bislang unveröffentlichte Originale aus dem Nachlass und erzähle „von einem Künstler, den es auf zahlreichen Reisen in die Ferne zog und der gleichzeitig tief in München und Bayern verwurzelt war“, hieß es weiter.

Demokratische Entdecker-Perspektive

In seinen Wimmelbüchern zeige Ali Mitgutsch in farbenfrohen Bildern den Alltag in der Stadt und auf dem Land, in den Bergen und am Wasser. Ohne Worte breite er dabei „eine Miniaturwelt aus, in der gelacht, gebrüllt, gestaunt und geweint wird, alles ist in Bewegung, kaum jemand steht still“. Statt einer heilen, vormodernen Welt zeige er eine Gegenwart im Auf- und Umbruch. Der demokratische Aufbruch Ende der 1960er Jahre schlage sich in Mitgutschs Wimmelbüchern „in einer 'demokratischen Perspektive' nieder, die Kinder zum selbstbestimmten Entdecken einlädt und auf eine lenkende und damit bevormundende Bildführung verzichtet“, erklärte die IJB. (2227/06.08.2026)