Die Münchner Dekanin Claudia Häfner (53) wird neue Regionalbischöfin für den Kirchenkreis Franken mit Dienstsitz in Ansbach. Die promovierte Theologin bringe langjährige Erfahrung in der Gemeindearbeit, Hochschulseelsorge, Personalführung und kirchlichen Veränderungsprozessen mit, teilte die bayerische evangelische Landeskirche am Freitagmorgen in München mit.
Der Dienstbeginn im ersten Quartal 2027 steht aktuell noch nicht fest. Häfner wird den zum Januar 2027 neu entstehenden Kirchenkreis Franken mit der Bayreuther Regionalbischöfin Berthild Sachs leiten. Häfner folgt auf die Ansbach-Würzburger Regionalbischöfin Gisela Bornowski, die Ende des Jahres in den Ruhestand tritt. Auch die Nürnberger Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern gibt Ende des Jahres ihr Amt ab.
„Viele tolle evangelische Orte“
Häfner sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Freitag, sie freue sich am meisten „auf die vielen Menschen, die ich in meiner neuen Aufgabe kennenlernen werde“. Zudem freue sie sich auf die „vielen tollen evangelischen Orte, die es im Kirchenkreis Franken gibt, etwa Windsbach, den Hesselberg, den Evangelischen Campus in Nürnberg, die Augustana-Hochschule oder Mission EineWelt in Neuendettelsau“.
Vor den Herausforderungen der neuen Aufgabe sei ihr nicht bang. Dass es die gebe, wisse man ja bereits, „wenn man sich auf ein solches Amt bewirbt“. Auch wenn die Kirche schrumpfe und weniger Geld habe, werde sie weiter gebraucht - „vielleicht sogar mehr denn je“. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) sei etwa in Sachsen-Anhalt „mit Blick auf die politische Polarisierung ein wichtiger Ort der Menschlichkeit“.
Erfahren, zugewandt, kommunikativ
Synodalpräsidentin Tanja Keller sagte als Vorsitzende des Berufungsausschusses, mit Häfner gewinne der Kirchenkreis Franken „eine erfahrene, zugewandte und kommunikative Regionalbischöfin“. Häfner sagte, sie verstehe Kirche als weltweite, ökumenisch verbundene Gemeinschaft. Theologisch präge sie die Überzeugung, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt, Freiheit eröffnet und zur Übernahme von Verantwortung ermutigt.
Landesbischof Christian Kopp sagte, er freue sich sehr über die Berufung von Häfner als neue fränkische Regionalbischöfin: „Sie hat sich in ihrer Arbeit immer für Tradition und Innovation in der Kirche starkgemacht.“ Als Regionalbischöfin ist sie Mitglied im Landeskirchenrat, einem Leitungsgremium der Landeskirche, dem alle Oberkirchenrätinnen und Oberkirchenräte sowie der Landesbischof angehören.
Expertin für Bau und Immobilien
Häfner ist im oberfränkischen Mitwitz aufgewachsen und hat in Neuendettelsau, Erlangen, Buenos Aires und München evangelische Theologie studiert. 2003 wurde sie in München als Pfarrerin ordiniert, nach Stationen in Gemeinden und der Hochschulseelsorge und dem Abschluss ihrer Doktorarbeit teilt sie sich seit September 2022 das Dekansamt mit ihrem Mann Christoph Jahnel an der Münchner Christuskirche.
In München ist Häfner Fachdekanin für Bau und Immobilien - eine Erfahrung, die ihr im ländlich geprägten Franken mit seinen vielen kirchlichen Immobilien helfen wird. Als Mitglied des Dekanatsausschusses und Verantwortliche für rund 40 hauptamtliche Mitarbeitende verfügt sie den Angaben zufolge über fundierte Führungserfahrung. Sie ist zudem systemische Beraterin und Supervisorin. Häfner hat vier Kinder. (2983/23.10.2026)