Suchtexperten fordern mehr Präventiv-Angebote gegen Alkohol
s:12:"Alkoholsucht";
Alkoholsucht
Hamm (epd).

Ein Bündnis aus Gesundheits- und Suchtorganisationen fordert einen besseren Schutz der Bevölkerung vor Schäden durch Alkohol. Nötig seien flächendeckend präventive Gesundheitsangebote neben der medizinischen und psychosozialen Versorgung, forderten die Organisationen in einem von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm veröffentlichten Positionspapier. Ziel sei es, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern, die Lebenserwartung der gesamten Gesellschaft zu erhöhen und volkswirtschaftliche Kosten zu senken.

Neben einer Begrenzung von Alkohol sollten Preiserhöhungen durch Steuern und Mindestpreise umgesetzt werden, hieß es. Zudem fordert das Bündnis, Maßnahmen gegen Alkohol am Steuer zu verstärken und Alkoholwerbung einzuschränken oder zu verbieten.

Zahlreiche Krankheiten sowie hohe Kosten durch Alkohol

In Deutschland liege der Pro-Kopf-Konsum von reinem Alkohol bei etwa 10,6 Litern pro Jahr, hieß es. Das seien rund zwei Liter mehr als der OECD-Durchschnitt von 8,5 Litern. Alkohol verursache nicht nur zahlreiche Krankheiten, sondern auch hohe gesellschaftliche und soziale Kosten in Höhe von bundesweit 57 Milliarden Euro pro Jahr.

„Um den Alkoholkonsum in Deutschland zu reduzieren und die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern, brauchen wir ein starkes Netzwerk engagierter Präventionskräfte“, erklärte die Geschäftsführerin der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS), Christina Rummel. „Dabei wollen wir uns auch über nationale Grenzen hinaus vernetzen und uns an Aktivitäten in Europa und global beteiligen.“

Zu dem Bündnis gehören unter anderem die Bundesärztekammer, der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte, die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie, der Deutsche Präventionstag, der Deutsche Landkreistag.