Mit einem Gottesdienst ist am Dienstag das rekonstruierte Helenafenster im Kölner Dom geweiht worden. Die Dombauhütte habe ein aufwendiges Werk, dessen Umsetzung durch die Klosterfrau Group zu ihrem 200. Jubiläum finanziell ermöglicht wurde, fertiggestellt, teilte der Kölner Dom mit. Das 17 Meter hohe und 6,5 Meter breite Fenster im Obergaden des südlichen Querhauses wurde nach historischen Vorlagen neu geschaffen. Benannt ist es nach der heiligen Helena, der Mutter Kaiser Konstantins, die der Überlieferung nach die Reliquien der Heiligen Drei Könige auffand.
Das Fenster, das die Heiligen Helena, Monika, Elisabeth und Mathilde zeigt, gehört zum sogenannten Welterzyklus, der zur Vollendung des Doms im 19. Jahrhundert für den Obergaden der Querhausarme und des Langhauses geschaffen wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurden große Teile beziehungsweise ganze Fenster dieses Zyklus zerstört. Seit 2003 werden die Fenster schrittweise restauriert und rekonstruiert. Mit dem Helenafenster sei nun ein weiteres bedeutendes Fenster dieses Zyklus zurückgekehrt, hieß es. Als erstes komplettiertes Fenster wurde den Angaben zufolge 2005 das Salomon-Fenster in die Ostwand des Nordquerhauses eingebaut.
Mit „Klosterfrau“-Heilpflanzen
Die Neugestaltung des Fensters greift den Angaben nach Heilpflanzen der Stifterin auf: Alant, Angelika und Pomeranze. Zudem trägt das neue Fenster die Inschrift „Maria Clementine Martin Klosterfrau“ und verweist damit auf Maria Clementine Martin, die Gründerin des Kölner Unternehmens, das in diesem Jahr sein 200-jähriges Bestehen feiert.
Bei der Rekonstruktion des Fensters aus dem Zyklus mussten neben Ornamenten und Maßwerk auch die Figurendarstellungen neu erarbeitet werden, wie Dombaumeister Peter Füssenich erläuterte. Grundlage bildeten historische Entwürfe aus dem Dombauarchiv, die von den Glasmalerinnen der Dombauhütte maßstabsgerecht übertragen wurden. Dabei verband die Dombauhütte traditionelle Techniken der Glasmalerei mit modernen digitalen Verfahren, etwa bei der Erstellung von Aufrissen.