Das Museum Ludwig in Köln präsentiert ab dem 7. Februar eine Ausstellung mit zwei zeitgenössischen US-amerikanischen Künstlerinnen, die indigene Wurzeln haben. Das Museum zeigt bis zum 8. November Arbeiten von Marie Watt und Wendy Red Star, wie die Veranstalter mitteilten. Mit der Schau unter dem Titel „De/Collecting Memories from Turtle Island“ soll zudem die nach Museumsangaben umfangreichste Pop-Art-Sammlung außerhalb der USA um Stimmen und Perspektiven der indigenen Völker Amerikas ergänzt werden.
Gezeigt werden zum einen die fotografischen Selbstinszenierungen der 1981 geborenen Wendy Red Star, die auf humorvoll-satirische Weise westliche Vorstellungen von Indigenität aufgreifen und den Betrachter dazu einladen, differenzierter hinzuschauen, wie die Veranstalter erklärten. Der Titel der Ausstellung spiele darauf an, dass Amerika oder auch die Welt als Ganzes in einigen indigenen Traditionen „Turtle Island“ heißen. Diese individuellen Schöpfungsgeschichten würden von Generation zu Generation mündlich überliefert.
Installation erinnert an Tanz eines indigenen Volkes
Die 1967 geborene Marie Watt hat für die Ausstellung im Museum Ludwig eine raumgreifende Arbeit entwickelt. Das Werk mit dem Namen „Thirteen Moons“ bestehe aus 13 hängenden Skulpturen, die sich aus Zinnschellen zusammensetzten. Die Skulpturen dürften berührt werden, um ein Klirren und Rauschen hörbar zu machen. Die Arbeit verstehe sich als eine Hommage an den „Jingle-Dress-Tanz“, der im Jahr 1900 während einer Grippepandemie als Heilungsritual bei dem indigenen Volk der Ojibwe entstand, hieß es.
Die Schau „De/Collecting Memories from Turtle Island“ ist die elfte Ausstellung in der Reihe „Hier und Jetzt“ im Museum Ludwig. Mit der Reihe stellt das Museum regelmäßig die eigene Arbeit auf den Prüfstand und hinterfragt die gewohnten Wege des Ausstellungsmachens.