Studie zu sexualisierter Gewalt in evangelischen Wohnheimen gestartet
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Themenfoto Missbrauch in der Kirche
Bielefeld (epd).

Die westfälische Kirche lässt sexualisierte Gewalt in den evangelischen Schulen, Internaten und Wohnheimen in ihrem Gebiet wissenschaftlich untersuchen. Die Studie sei ein Baustein der umfassenden Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in kirchlichen Einrichtungen, teilte das Bielefelder Landeskirchenamt mit. Forschende der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster führten die Untersuchung nach wissenschaftlichen Standards und unabhängig von kirchlichen Stellen durch.

Erste Ergebnisse sollen demnach Ende Juli 2027 vorliegen. „Von dieser Studie versprechen wir uns Erkenntnisse über missbräuchliche Machtstrukturen in kirchlichen Einrichtungen in der Vergangenheit, um daraus für die Gegenwart und die Zukunft zu lernen“, sagte die westfälische Präses Adelheid Ruck-Schröder.

14 kirchlicher Einrichtungen werden untersucht

Der Fokus der Studie richtet sich auf sieben evangelische Pflegevorschulen in Bochum, Herne, Hagen und Hagen-Hohenlimburg sowie Bünde, Höxter und Lübbecke. Einbezogen werden zudem die Alumnate I und II in Gütersloh sowie zwei Realschulen und ein Gymnasium in Breckerfeld und Espelkamp. Auch das Oberlin-Institut in Hagen-Ernst, das Landheim für Mädchen des Evangelischem Gymnasiums in Lippstadt und die Evangelische Landesschule zur Pforte in Meinerzhagen werden auf frühere Fälle sexualisierter Gewalt beleuchtet.

Für die Studie werden nun Betroffene und Zeitzeugen gesucht. Aufgerufen sind insbesondere Menschen, die in den genannten Internaten und Schulheimen lebten oder arbeiteten und dabei selbst sexualisierte Gewalt erfahren oder beobachtet haben, wie es hieß. In den Interviews mit den Forschenden gehe es dabei auch um den persönlichen Umgang mit diesen Erfahrungen.