Evangelische und katholische Kirchen in Nordrhein-Westfalen haben zum Beginn des Fastenmonats Ramadan und der christlichen Fastenzeit die Bedeutung von Gemeinschaft betont. Die Haltung des Fastens voller Achtsamkeit, Bereitschaft zum Teilen sowie Wachsamkeit für Gerechtigkeit und Frieden sei aktuell „von größter Bedeutung für unsere Gesellschaft“, heißt in dem veröffentlichten gemeinsamen Grußwort der drei evangelischen Landeskirchen und fünf katholischen Bistümer in NRW.
Sowohl Islam als auch Christentum wüssten von der Bedeutung großer Gemeinschaften über Grenzen hinweg, hieß es. Doch Demokratie und Grundwerte seien in Deutschland durch eine zunehmend polarisierte Gesellschaft gefährdet. „Gemeinsam sind wir also herausgefordert, Zeichen für Dialog, Offenheit und ein friedliches Zusammenleben zu setzen“, schreiben die Kirchenvertreterinnen und -vertreter.
„Glauben und Gemeinschaft offen und respektvoll leben“
Wo Glauben frei und verbindlich praktiziert und Gemeinschaft offen und respektvoll gelebt werde, könnten Räume entstehen, „in denen Menschen lernen, Verantwortung zu übernehmen, Vielfalt wertzuschätzen und Konflikte mit Respekt auszutragen“, betonen die leitenden Geistlichen. Diese spirituellen und sozialen Ressourcen seien unverzichtbar.
Für die evangelischen Landeskirchen haben die westfälische Präses Adelheid Ruck-Schröder, der rheinische Präses Thorsten Latzel und der lippische Landessuperintendent Dietmar Arends das Grußwort unterzeichnet. Von katholischer Seite sind die Erzbischöfe von Paderborn und Köln, Udo Markus Bentz und Rainer Maria Woelki, sowie die Bischöfe von Aachen und Essen, Helmut Dieser und Franz-Josef Overbeck, und der Münsteraner Diözesanadministrator Antonius Hamers vertreten.
Für Muslime in Deutschland beginnt am Mittwochabend der Fastenmonat Ramadan. Er endet am 20. März mit dem Fest des Fastenbrechens (Eid al-Fitr). Die christliche Fastenzeit beginnt ebenfalls am Mittwoch und endet am 5. April. In beiden Religionen geht es dabei um innere Einkehr und Nähe zu Gott.