Landessuperintendent skeptisch gegenüber Kirchenfusion
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Lippischer Landessuperintendent Dietmar Arends
Detmold (epd).

Zurückgehende Einnahmen und Mitgliederzahlen: Die Lippische Landeskirche muss nach Worten des scheidenden Landessuperintendenten Dietmar Arends sparen. Aus finanziellem Grund fusionieren zu wollen, halte er jedoch für „keine kluge Idee“, sagte Arends in Detmold dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Ich glaube nicht, dass das billiger wird.“ Nach seiner Erfahrung „können kleine Einheiten oft Dinge einfacher, schlanker und günstiger umsetzen“.

Wichtig sei es, die Kooperation der drei evangelischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen weiter auszubauen, sagte Arends, der Ende des Monats nach zwölfjähriger Amtszeit von seinem Amt entpflichtet wird. In den vergangenen Jahren sei das gemeinsame Diakonische Werk gegründet worden. Zudem gebe es eine gemeinsame Vertretung bei Landesregierung und Parlament. „Das sollten wir ausbauen, dazu sind wir in Gesprächen“, sagte der oberste Repräsentant der Lippischen Landeskirche.

Regionale Vernetzung stärken

Im Rahmen eines Zukunftsprozesses sollen nach Worten von Arends Gemeinden, Institutionen, diakonische Einrichtungen und andere Player in Regionen stärker zusammenarbeiten. Gestärkt werden solle auch eine Orientierung auf den Sozialraum. „Wir müssen stärker neu hingucken, mit welchen Menschen wir in der Gesellschaft zusammenleben und wo wir mit diesen Menschen gemeinsam unterwegs sein können.“

Der 63-jährige Arends wird in einem Gottesdienst am 28. Februar in Detmold von der Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, entpflichtet. Arends stand zwölf Jahre an der Spitze der Lippischen Landeskirche mit aktuell 126.000 Mitgliedern und 65 Kirchengemeinden. Die Lippische Landessynode werde darüber entscheiden, wann und wie die Stelle des Landessuperintendenten oder der Landessuperintendentin neu ausgeschrieben wird, erklärte die Landeskirche.

epd-Gespräch: Holger Spierig