Die Windenergie-Höhenanlage in Schipkau im Süden Brandenburgs soll im November offiziell in Betrieb gehen. Der Höhenwindturm hat nach Unternehmensangaben am Montag seine endgültige Höhe von 365 Metern erreicht und damit einen Weltrekord aufgestellt. Die Pilotanlage mit einer Nabenhöhe von 300 Metern sei nun die höchste Windenergieanlage der Welt und das zweithöchste Bauwerk Deutschlands, erklärte die Gicon-GmbH am Montagabend in Schipkau.
Auftraggeber für die Anlage ist den Angaben zufolge die Bundesagentur für Sprunginnovationen „Sprind“. Der Höhenwindturm nutze die in größeren Höhen stärkeren und gleichmäßigeren Windverhältnisse, hieß es. Dadurch könne er bei gleichem Rotordurchmesser etwa den doppelten Energieertrag einer konventionellen Windenergieanlage erzielen.
Die Pilotanlage werde mit einer Nennleistung von 3,8 Megawatt in Betrieb genommen, teilte das Unternehmen mit. Für zukünftige Anlagen seien Nennleistungen von mehr als sieben Megawatt vorgesehen.
Flächenschonende Energieversorgung
Die Innovation biete eine konkrete Lösung für eine ortsnahe und flächenschonende Energieversorgung der Zukunft, hieß es weiter. Ziel sei nun, so schnell wie möglich mit der Serienfertigung zu beginnen. Das Unternehmen Gicon hat seinen Sitz in Dresden.
In Deutschland bestehe nach bisherigen Potenzialabschätzungen die Möglichkeit, bis zu 4.000 Höhenwindtürme in bereits bestehenden Windparks als sogenannte zweite Etage mit entsprechenden Anlagen nachzurüsten, hieß es. Damit könnte zusätzliche Windenergie erzeugt werden, ohne neue Windparkflächen erschließen zu müssen.