Wildvogelstation wegen Hitze an Belastungsgrenze
Berlin (epd).

Die extreme Hitze der vergangenen Tage hat in der Hauptstadt zu zahlreichen Noteinsätzen zur Rettung von Vögeln geführt. Die Nabu-Wildvogelstation habe allein am vergangenen Wochenende mehr als 1.400 Bürgeranfragen und teilweise 30 Anrufe pro Stunde registriert, teilte die Naturschutzorganisation am Donnerstag in Berlin mit. Mehr als 100 Wildvögel seien im Außendienst und stationär versorgt worden.

Die Zahl der Tiere, die die Hitze nicht überlebt haben und nie gefunden werden, dürfte deutlich höher liegen, erklärte der Leiter der Nabu-Wildvogelstation, Marc Engler. Besonders betroffen waren demnach Gebäudebrüter wie Mauersegler und Schwalben. Deren Nester unter Dächern und in Gebäudenischen heizten sich auf bis zu 60 Grad Celsius auf.

„Seit Tagen im Ausnahmezustand“

Viele noch nicht flugfähige Jungvögel seien bei der Flucht vor der Hitze aus Nestern gestürzt und hätten sich verletzt oder seien gestorben. Zahlreiche Stockentenfamilien seien von Balkonen gerettet worden. Zudem wurden Greifvögel, Nebelkrähen, Silbermöwen und Singvögel mit hitzebedingten Verletzungen oder Erschöpfung aufgenommen.

Engler betonte: „Unsere Station befindet sich seit Tagen im Ausnahmezustand.“ Das Team arbeite an der Belastungsgrenze. Mit einem sogenannten Adoptionsprogramm konnten bislang 25 junge Mauersegler gerettet werden. Zahlreiche weitere Tiere würden von Ehrenamtlichen versorgt. Bei dem Adoptionsverfahren werden verwaiste Jungvögel in andere, intakte Mauersegler-Bruten eingesetzt.