Umweltminister für Havel-Renaturierung
Berlin (epd).

Bundesumweltminister Carsten Schneider und Sachsen-Anhalts Ressortchef Armin Willingmann (beide SPD) haben die Renaturierung der Unteren Havelniederung als wichtiges Projekt in Zeiten des Klimawandels begrüßt. Schneider erklärte am Montag bei Havelaue (Kreis Havelland), in den natürlichen Überschwemmungsflächen fänden Tiere und Pflanzen neuen Lebensraum. Die renaturierte Flussaue stärke zudem den Hochwasserschutz, helfe als natürlicher Wasserspeicher in Dürrezeiten und sorge für bessere Wasserqualität.

Die Renaturierung der Unteren Havelniederung auf 90 Kilometern Länge gilt als Europas bedeutsamstes Flussrenaturierungsprojekt. Der Fluss soll in dem Abschnitt bis 2033 naturnah umgestaltet werden. Dafür stellen Bund und die Länder Sachsen-Anhalt und Brandenburg zusammen mit dem Naturschutzbund (Nabu) insgesamt 66,5 Millionen Euro zur Verfügung, wie der Nabu am Montag mitteilte. Der Löwenanteil der Finanzierung kommt vom Bund. Das 2009 gestartete Projekt umfasst 9.135 Hektar.

„Großer Gewinn“

Willingmann betonte, „die Renaturierung der Havel ist für Sachsen-Anhalt ein großer Gewinn“. Die Renaturierung der Havelniederung trage dazu bei, den Wasserhaushalt angesichts zunehmender Wetterextreme stabil zu halten und fördere die Artenvielfalt. NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger sagte, die Havel zeige, „dass die Wiederherstellung von Natur kein abstraktes Konzept ist“. Natur wiederherzustellen bedeute auch, „Zukunft für die Menschen vor Ort zu sichern“.