Thüringens Wälder werden zunehmend älter, naturnäher und klimastabiler. Sie verfügten heute über mehr biologisch wertvolle Lebensraumstrukturen, größere Holzvorräte und eine höhere Vielfalt seltener Baumarten als noch vor zehn Jahren, teilte der landeseigene Thüringenforst am Mittwoch in Erfurt mit.
Die Waldfläche im Freistaat ist den Angaben zufolge trotz der Folgen des Klimawandels stabil geblieben. Große Schadflächen würden gezielt mit klimastabilen Mischwäldern wiederbewaldet, sagte ein Sprecher anlässlich des Internationalen Tags der biologischen Vielfalt am Freitag. Naturnahe Forststrategien ermöglichten zugleich den Schutz seltener Arten und Lebensräume. So könnten etwa Orchideenstandorte erhalten, Moore wiedervernässt und artenreiche Mischwälder entwickelt werden.
Debatten um das Auerwild-Projekt
Nach Einschätzung von Thüringenforst sind forstwirtschaftliche Eingriffe zunehmend Voraussetzung für biologische Vielfalt. Deutlich zeige sich das beim Artenschutzprojekt für das Auerhuhn. Die Vogelart galt in Thüringen lange als vom Aussterben bedroht. Seit 2010 wurden gezielte Maßnahmen zur Pflege lichter Waldstrukturen umgesetzt.
Das Auerwild reagiere positiv auf diese Bewirtschaftung, sagte ein Sprecher. Nachweise erfolgreicher Fortpflanzung auf speziell gepflegten Habitatflächen belegten die Entwicklung.
Thüringens Umweltminister Tilo Kummer (BSW) hatte sich zuletzt skeptisch zu dem seit 15 Jahren laufenden Ansiedlungsprogramm für Auerhühner im Thüringer Wald geäußert. Er verwies darauf, auch nach dieser langen Zeitdauer sei unklar, ob sich der Bestand der seltenen Vögel stabilisieren werde.