Thüringens Wälder werden ab Mai systematisch auf ihren Kohlenstoffgehalt untersucht. Im Auftrag der landeseigenen Thüringenforst sollen Forstexperten bis November 2027 an mehr als 1.400 Stichprobenpunkten den Beitrag der Wälder zum Klimaschutz erfassen, teilte ein Sprecher der Landesanstalt am Mittwoch in Erfurt mit.
Wälder leisteten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, da sie durch den Aufbau von Biomasse das potenziell schädliche Kohlendioxid aus der Atmosphäre binden. Wie stark dieser Effekt sei, unterliege jedoch natürlichen Schwankungen. Stürme, Borkenkäferbefall oder auch forstwirtschaftliche Maßnahmen wie Aufforstungen beeinflussten jeweils den Kohlenstoffvorrat im Wald.
Bundesweite Erhebungen
Um diese Veränderungen zu erfassen, gehöre es zu den Aufgaben von Thüringenforst, sich im Abstand von zehn Jahren an den bundesweit durchzuführenden Waldinventuren zu beteiligen, so der Sprecher. Ergänzend führe die Landesanstalt alle fünf Jahre sogenannte Kohlenstoffinventuren durch, die sich gezielt auf den gespeicherten Kohlenstoff konzentrieren. Die anstehende Erhebung in Thüringen diene sowohl der künftigen Forstpolitik als auch der Berichterstattung an internationale Klimaschutzgremien.
Thüringenforst bewirtschaftet rund 200.000 Hektar landeseigenen Wald in Thüringen und ist damit einer der größten Forstbetriebe Deutschlands. Zu den Aufgaben der Anstalt des öffentlichen Rechts gehören neben der nachhaltigen Holzproduktion auch Naturschutz, Waldumbau, Klimaanpassung sowie die Betreuung und Beratung privater und kommunaler Waldbesitzer.