Nabu wirbt für "Wilde Inseln" im Garten
Jena (epd).

Der Naturschutzbund (Nabu) Thüringen ruft zur Beteiligung an der Aktion „Wilde Inseln“ auf. Dabei sollen kleine Flächen im eigenen Garten bewusst der Natur überlassen werden, sagte die Expertin des Umweltverbands, Katharina Johnsen, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch in Jena.

Solche „Wilden Inseln“ lassen sich laut Johnsen mit wenig Aufwand anlegen. Schon Totholzhaufen, Steine oder beim Rasenmähen stehen gelassene Wildkräuter wie Brennnessel oder Wilde Möhre böten Lebensraum für Insekten und andere Tiere. Es reichten bereits kleine, wenig gepflegte Bereiche aus, in denen sich die Natur eigenständig entwickeln könne.

Mehr Flächen sich selbst überlassen

Durch den Erhalt etwa von Baumstümpfen, Totholzhaufen und ungeschnittenen Hecken können wertvolle Rückzugsorte für spezialisierte Arten wie die Blaue Holzbiene, den Zaunkönig oder Meisen entstehen. Ergänzende Stein- und Sandhaufen böten sonnenliebenden Zauneidechsen einen idealen Lebensraum.

Wenn der Mensch weniger eingreife, entstünden neue Strukturen und Lebensräume für Pflanzen und Tiere, sagte Johnsen. Das fördere die Artenvielfalt auch in Siedlungsgebieten und mache die Natur für Gartenfreunde wieder erlebbarer. Ziel der Aktion sei es, mehr Menschen dazu zu bewegen, Flächen im Garten oder im öffentlichen Raum sich selbst zu überlassen.

Bereits 24 Hektar registriert

Interessenten können ihre „Wilden Inseln“ beim Nabu registrieren lassen und bekommen für ihre Teilnahme eine Plakette. Nach Angaben des Verbands wurden seit dem Start der Mitmach-Aktion in Thüringen im Jahr 2020 bislang rund 222 Flächen mit zusammen mehr als 24 Hektar Fläche ausgezeichnet.