Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Florian Oest hat die Zurückstellung der Oberlausitz als Atomendlager-Standort begrüßt. Dies sei „ein wichtiges Signal“ für die Region, erklärte Oest am Dienstag in Görlitz. Damit gebe es auch „den notwendigen Freiraum für eine Bewerbung um das Einstein-Teleskop“.
Die Oberlausitz leiste ohnehin mit dem Ausstieg aus der Braunkohleförderung schon heute „einen Beitrag von nationaler Bedeutung“, erklärte Oest. Zudem sei in der Region der Bau eines unterirdischen Labors für das Deutsche Zentrum für Astrophysik geplant.
Standort-Suche bis 2050
Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat am Dienstag bekannt gegeben, dass unter anderem die sächsische Oberlausitz bei der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle zurückgestellt wurde. Der Lausitz war wegen des unterirdischen Granitmassivs zunächst als möglicher Standort untersucht worden.
Sachsen will sich gemeinsam mit Sardinien als Standort des europäischen Einstein-Teleskops, mit dem Gravitationswellen gemessen werden sollen, bewerben. Die Lagerung von radioaktiven Abfällen im selben Gesteinsmassiv ist den Angaben zufolge sowohl mit diesem Vorhaben als auch mit dem Labor des Deutschen Zentrums für Astrophysik nicht vereinbar.
Ein Endlager für deutschen Atommüll soll bis spätestens 2050 gefunden werden. Berlin, Hessen und Sachsen sind aktuell nicht mehr im Suchverfahren. Rheinland-Pfalz und das Saarland waren schon früher ausgeschieden. Derzeit wird das radioaktive Material in 16 Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern aufbewahrt.