Naturschützer warnen vor dramatischem Amphibiensterben
Jena (epd).

Anlässlich des Tags der biologischen Vielfalt am Freitag warnt der Naturschutzbund Thüringen (Nabu) vor einem dramatischen Rückgang heimischer Amphibien. Von den 19 in Thüringen vorkommenden Amphibienarten stünden 13 auf der Roten Liste, teilte ein Sprecher am Donnerstag in Jena mit. Besonders betroffen seien unter anderem Moorfrosch, Gelbbauchunke, Wechsel- und Kreuzkröte sowie der früher weitverbreitete Grasfrosch.

Laut dem Amphibienexperten des Verbands, Ulrich Scheidt, zeigt der Rückgang der Amphibien, wie schlecht es um die Ökosysteme steht. Moorfrosch und Wechselkröte seien als stark gefährdet eingeordnet, Gelbbauchunke und Kreuzkröte gelten sogar als vom Aussterben bedroht. Sorgen bereite dem Verband zudem der starke Rückgang des Grasfrosches.

Verlust von Feuchtgebieten und Kleingewässern

Als Hauptursachen nennt Scheidt den Verlust von Feuchtgebieten und Kleingewässern, intensive Landwirtschaft sowie die zunehmende Austrocknung der Landschaft infolge der Erderhitzung. Ehrenamtliche und Naturschutzverbände engagierten sich bereits mit Amphibienschutzzäunen, Renaturierungsmaßnahmen und der Anlage neuer Gewässer. Ohne entschlossenes politisches Handeln lasse sich der Artenrückgang jedoch nicht stoppen.

Der Umweltverband fordert deshalb von der Thüringer Landesregierung einen landesweiten Aktionsplan zur Wiederbelebung von Bach- und Flussauen. Naturschutzreferent Marcus Orlamünder kritisierte zudem die ablehnende Haltung Thüringens zur europäischen Wiederherstellungsverordnung. Diese sei eine wichtige Chance für Artenvielfalt, Gewässerschutz und Klimaanpassung.