Natürlicher Hochwasserschutz an der Orla ausgebaut
Freienorla (epd).

An der Orla zwischen Freienorla und Langenorla südlich von Jena sind auf rund zwei Kilometern neue naturnahe Gewässerstrukturen entstanden. Die Maßnahmen sollen den Hochwasserschutz verbessern und zugleich die ökologische Qualität des Flusses erhöhen, sagte Thüringens Umweltminister Tilo Kummer (BSW) am Mittwoch vor Ort.

In 17 Teilbereichen wurden den Angaben zufolge unter anderem Baumstamm- und Steinbuhnen, Störsteine, Wurzelstubben sowie Kies eingebaut. Damit soll die in den 1930er Jahren begradigte Orla wieder ein natürlicheres Fließverhalten entwickeln. Zudem seien Fischunterstände geschaffen worden, um den Lebensraum für Fische und andere Wasserorganismen zu verbessern.

Strukturen tragen zum Hochwasserschutz bei

Nach Angaben des Umweltministers tragen die neuen Strukturen auch zum Hochwasserschutz bei. Sie verlangsamten den Wasserabfluss bei Hochwasser und helfen in Trockenzeiten, Wasser länger im Gewässer zu halten. Die seit 2022 laufende Maßnahme sei mit rund 300.000 Euro aus Mitteln der Europäischen Union gefördert worden.

Kummer sagte, die beste Hochwasservorsorge arbeite mit der Natur und nicht gegen sie. Die Gewässerunterhaltungsverbände seien hierfür wichtige Partner.

Seit der Reform des Thüringer Wassergesetzes 2019 gibt es laut Umweltministerium 20 Gewässerunterhaltungsverbände. Sie sind für mehr als 18.000 Kilometer Gewässer zweiter Ordnung sowie rund 250 Hochwasserschutzanlagen zuständig. Laut dem Ministerium wurden von 2019 bis 2025 rund 110 Millionen Euro in die Gewässerunterhaltung investiert. Für 2026 sind weitere 21 Millionen Euro eingeplant.