Der Elbe-Experte und Umweltaktivist Ernst Paul Dörfler hat wegen des geringen Transportaufkommens das Ende der Elbe als Bundeswasserstraße gefordert. Aufgrund des geringen Pegelstandes seit Jahren habe sich die Elbe als verlässlicher Transportweg verabschiedet, sagte Dörfler der in Berlin erscheinenden „tageszeitung“ (Mittwoch).
So seien in diesem Jahr bislang lediglich während fünf Wochen im Februar und März 24 Binnenschiffe im Einsatz gewesen. Für Leerfahrten benötigten Frachtschiffe eine Tiefe von rund einem Meter. „An diesem Wochenende sank der Pegel in Magdeburg unter 50 Zentimeter“, sagte Dörfler.
„Diese Wassermengen gibt es längst nicht mehr“
Weiter verwies er auf den Bundesverkehrswegeplan aus dem Jahr 1992. Danach sollten seinen Angaben zufolge jährlich zwölf Millionen Tonnen Güter auf der Elbe transportiert werden. 2025 seien es nur 0,03 Millionen Tonnen gewesen.
Dörfler verwies auf ein deutsch-tschechisches Regierungsabkommen, das auf der deutschen Elbe eine nahezu ganzjährige Fahrrinnentiefe von 1,40 Meter zusichere. Diese Zusage sei daran geknüpft, dass die Elbe eine bestimmte Menge an Wasser führen muss, sagte der promovierte Ökochemiker: „Diese Wassermengen gibt es längst nicht mehr.“
Zur Begründung, die Einstufung der Elbe als Bundeswasserstraße aufzuheben, verwies Dörfler auf die hohen Kosten: „Allein zwischen 2013 und 2022 wurden 430 Millionen Euro in den Erhalt und die Verwaltung dieser Wasserstraße investiert. Dieser Wahnsinn muss ein Ende haben.“ Güterschifffahrt lohne sich auf der Elbe nicht mehr und werde vor allem unzuverlässig.