Mit neuen Strategien wollen das Land Sachsen-Anhalt und Umweltverbände heimische Tier- und Pflanzenarten vor dem Aussterben retten. Gegenwärtig gilt mehr als ein Drittel der 23.000 heimischen Tier- und Pflanzenarten als gefährdet, teilte das Landesverwaltungsamt in Halle (Saale) am Dienstag mit. Es seien neue Wege und innovative Strategien notwendig.
„Artenschutz funktioniert nicht ohne intakte, widerstandsfähige Wälder“, sagte Torsten Pietsch, Naturschutz-Referent im Landesverwaltungsamt. Auch die Wälder stünden unter Druck, und die Sicherung naturnaher Waldbestände werde zunehmend zu einer der wichtigsten Maßnahmen im Naturschutz.
Besonders dramatisch sei die Situation der Kreuzotter, hieß es. Dringend müssten koordinierte Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um ihre isolierten Restvorkommen im Land zu sichern. Ein hoffnungsvoller Ansatz sei die BUND-Zuchtstation für Kreuzotter nördlich von Halle. Mit einer Förderung von 750.000 Euro konnte die Einrichtung bis zum Jahr 2029 gesichert werden. Erste Nachzuchten und Wiederansiedlungsprojekte seien erfolgreich angelaufen.
Erste Erfolge machen Mut
Auch die Flussseeschwalbe zählt zu den „Rote Liste“-Arten im Land. Besonders der Verlust von Lebensräumen und ihrer Nahrungsgrundlage hätten die Art stark bedroht. Doch mithilfe der 2024 gestarteten Landesförderung konnten im Jerichower Land wichtige Bruthabitate gesichert und mit künstlichen Brutinseln entlang der Alten Elbe neue geschaffen werden. Davon habe auch der Flussuferläufer als ebenfalls bedrohte Art profitiert.