Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Brandenburg fordert ein Ende der Massentierhaltung. Seit 2025 seien allein in dem Bundesland rund 1,3 Millionen Tiere seuchenbedingt getötet worden, teilte die Organisation am Dienstag in Potsdam mit. Im Frühjahr dieses Jahres seien mit dem Ausbruch der Newcastle-Krankheit 375.000 Legehennen sowie 360.000 und 70.000 Masthähnchen gekeult worden.
Je größer der Bestand, desto größer sei das Risiko einer schnellen Ausbreitung von Erregern. „Ein System, das im Seuchenfall binnen weniger Tage Hunderttausende Tiere tötet, ist weder tiergerecht noch zukunftsfähig“, erklärte die Co-Vorsitzende des BUND Brandenburg, Regina Schwarz.
Neuausrichtung der Agrarpolitik
Die Massenkeulungen würden nicht nur erkrankte Tiere betreffen, sondern ganze Bestände. Zudem kritisiert der Verband den Medikamenteneinsatz, durch den resistente Keime entstehen und sich verbreiten würden.
Der BUND Brandenburg verlangt eine Neuausrichtung der Agrarpolitik: Unter anderem werden eine geringere Bestandsdichte, weniger Tiertransporte und strenge Regeln für Antibiotika gefordert. Solche Haltungsformen sollten nach Ansicht des Verbands gefördert werden.