Thüringen zieht immer mehr Weißstörche an. Im vergangenen Jahr 2025 seien 31 Brutpaare mehr gezählt worden als im Jahr davor, teilten der Naturschutzbund Thüringen (Nabu) und das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz am Donnerstag in Jena mit. Somit waren 2025 insgesamt 212 Weißstorchhorste besetzt, in denen 375 Jungvögel aufgezogen wurden.
Juliane Balmer von der Staatlichen Vogelschutzwarte in Seebach erklärte, in den vergangenen 20 Jahren habe sich der Bestand in Thüringen damit mehr als verzehnfacht, „von rund 20 auf inzwischen über 200 Brutpaare“. Gründe seien unter anderem die Ausbreitung von ursprünglich in Westeuropa brütenden Störchen nach Osten sowie das Engagement zahlreicher Menschen für bessere Lebensbedingungen.
Gummibänder als Todesursache
Zugleich gebe es weiterhin das menschengemachte Problem der Gummibänder in der Landschaft, die von den Tieren mit Nahrung verwechselt werden. Somit hätten von den 212 Brutpaaren 47 keine Jungvögel zum Ausfliegen gebracht. Mehrfach sei dabei festgestellt worden, dass Jungstörche durch verschluckte Gummibänder starben. Die Altvögel würden die Bänder mit Regenwürmern verwechseln und sie ihrem Nachwuchs verfüttern.
Die meisten Weißstörche in Thüringen brüteten demnach im Wartburgkreis mit 60 Brutpaaren. Es folgten der Landkreis Schmalkalden-Meiningen (29) sowie die Landkreise Gotha und Sömmerda mit jeweils 24 Brutpaaren. Die Datengrundlage sei das Ergebnis jahrzehntelanger, intensiver Erfassungsarbeit des Nabu Thüringen.