Forschung zu Bio-Recycling von Elektronikschrott
Cottbus (epd).

In Brandenburg wird ein Bio-Recyclingverfahren für Elektronikschrott entwickelt. In dem Forschungsprojekt der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus würden Metalle wie Kupfer, Gold und Silber mithilfe von Bakterien und Kohlendioxid aus alten Leiterplatten zurückgewonnen, teilte die Hochschule am Mittwoch in Cottbus mit. Das sogenannte Biomining könnte einen Beitrag zu Ressourcenschonung und Klimaschutz leisten, komme jedoch bislang nur selten im industriellen Maßstab zum Einsatz.

In dem Projekt werde ein aus dem Erzbergbau bekanntes biologisches Verfahren gezielt auf Sekundärrohstoffe aus dem Elektronikschrott übertragen, hieß es. Gerade Leiterplatten enthielten eine Vielzahl wertvoller Metalle, die bislang oft nur mit hohem chemischem und energetischem Aufwand zurückgewonnen würden. Beim Biomining würden hingegen in der Natur vorkommende, für Mensch und Umwelt ungefährliche Bakterien eingesetzt.

Bessere Umweltbilanz

Diese oxidieren den Angaben zufolge Eisen- und Schwefelverbindungen und lösen so unter anderem Kupfer aus der Beschichtung der Leiterplatten. Für ihr Wachstum benötigten die Mikroorganismen neben Sauerstoff nur geringe Mengen Nährstoffe sowie CO2 als Kohlenstoffquelle, hieß es. Der besondere Vorteil des Ansatzes liege in der Kombination aus Recycling und CO2-Nutzung.

Die Mikroorganismen erledigten ihre Arbeit bei moderaten Temperaturen, verbrauchten Kohlendioxid, ersetzten konventionelle Chemikalien und ermöglichten eine mehrfach nutzbare „Laugungslösung“, hieß es. Dies verbessere die Umwelt- und CO2-Bilanz des gesamten Prozesses erheblich.