Ein bundesweites Netzwerk aus Naturschutz- und Wissenschaftseinrichtungen will in den kommenden fünf Jahren die Lebensräume von Waldfledermäusen in Deutschland sichern und ökologisch aufwerten. Das von der Naturstiftung David geleitete Verbundprojekt ist in diesem Frühjahr gestartet und wird im Nationalen Artenhilfsprogramm vom Bundesamt für Naturschutz gefördert, teilte eine Sprecherin der Naturstiftung David in Erfurt mit. Ziel sei es, den Schutz bedrohter Fledermausarten mit der Entwicklung klimaresilienter Wälder zu verbinden, teilte die Stiftung mit.
Im Mittelpunkt stehen die vier typischen Waldfledermausarten Mopsfledermaus, Bechsteinfledermaus, Rauhautfledermaus und Kleinabendsegler. Die Tiere seien auf strukturreiche Wälder mit alten Bäumen, Höhlenstrukturen und einen hohen Insektenreichtum angewiesen. An dem Projekt beteiligen sich zehn Partnerorganisationen aus Naturschutz und Forschung. Eingebunden sind zudem Bundes- und Landesforste, Waldbesitzende und ehrenamtlich Engagierte.
Datengrundlage soll verbessert werden
Geplant sind bundesweit mehr als 60 Maßnahmen in Staats-, Kommunal-, Kirchen-, Stiftungs- und Privatwäldern. Dazu zählen die Sicherung von Höhlenstrukturen sowie die Aufwertung von Waldrändern und Jagdhabitaten der Tiere.
Ein Schwerpunkt liegt den Angaben zufolge zudem auf der Verbesserung der Datengrundlage. Vorhandene Informationen zu den Fledermausarten sollen durch neue Erhebungen ergänzt werden. Daraus entstehen Karten geeigneter Lebensräume. Auch Auswirkungen des Klimawandels werden berücksichtigt. Das Projekt verfügt über ein Gesamtvolumen von rund 11,1 Millionen Euro.