Der Umweltverband BUND hat Brandenburgs Landesregierung mangelnde Transparenz beim Zustand der Alleen des Bundeslandes vorgeworfen. Dass keine aktuelle Bilanz mit Angaben zu Fällungen und Pflanzungen von Alleebäumen in den Jahren 2024 und 2025 vorgelegt werde, sei „ein Alarmsignal“, erklärte der BUND-Landesverband am Freitag in Potsdam.
Das Verkehrsministerium hatte in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage im Landtag zuvor mitgeteilt, dass eine neue Bilanz erst 2029 veröffentlicht werden soll, und keine aktuellen Zahlen vorgelegt. Dies entspreche der 2024 beschlossenen Alleenkonzeption 2030. Das Programm sieht vor, dass von 2024 bis 2028 insgesamt 20.000 Bäume als Alleen und andere Baumreihen gepflanzt werden.
Ministerium: Endergebnis zählt
Die neuen Instrumente der Alleenkonzeption müssten zunächst etabliert und gefestigt werden, bevor sie greifen können, heißt es weiter in der Antwort auf die Anfrage. Maßgebend sei nicht eine jährliche Zahl von Pflanzungen. Vielmehr zähle das Endergebnis nach fünf Jahren.
Der BUND kritisierte, die Alleenkonzeption formuliere nur minimale Ansprüche und sehe Nachpflanzungen vor, „die bestenfalls den Alleenbestand erhalten können, aber nicht erweitern“. Ob und in welchem Umfang diese tatsächlich umgesetzt werden, bleibe jedoch weiter offen.
Die zuletzt veröffentlichte Alleenstatistik für 2023 gebe Anlass zur Sorge, betonte der BUND. Damals seien 2.527 Alleebäume gefällt und nur 666 neu gepflanzt worden. 2009 seien noch rund 2.287 Kilometer der Bundes- und Landesstraßen in Brandenburg von Alleen gesäumt gewesen, zehn Jahre später nur noch 1.737 Kilometer.