Webseite informiert über vertrauliche Spurensicherung
Potsdam (epd).

Die erweiterte Webseite www.sos-nach-vergewaltigung.de bündelt mehr Informationen zu medizinischer Soforthilfe, vertraulicher Spurensicherung und Beratungsangeboten nach einer Vergewaltigung. Adressatinnen seien Betroffene sexualisierter Gewalt, Angehörige sowie Fachkräfte, teilte das Brandenburger Gesundheitsministerium am Freitag in Potsdam mit. Die vertrauliche Spurensicherung ermögliche, Spuren sexualisierter Gewalt gerichtsfest sichern zu lassen, ohne sich sofort an die Polizei wenden zu müssen. Die Entscheidung über eine mögliche Anzeige könnten Betroffene später treffen.

Ziel des überarbeiteten Webauftritts sei es, Informationen leichter zugänglich zu machen, Orientierung in Akutsituationen zu bieten und Hemmschwellen für die Inanspruchnahme von Hilfe abzubauen. Die wichtigsten Inhalte seien auch in Leichter Sprache und mehreren Fremdsprachen verfügbar, darunter Englisch, Polnisch, Ukrainisch und Arabisch.

Gesicherte Spuren werden zehn Jahre aufbewahrt

Die gesicherten Materialien werden nach Angaben des Ministeriums verschlüsselt zehn Jahre lang aufbewahrt und können später genutzt werden. Ziel sei es, dass die Betroffenen zunächst die notwendige medizinische Unterstützung erhalten und erst in einem zweiten Schritt eine Strafverfolgung in Betracht gezogen werden kann.

In Brandenburg sind bislang 13 Kliniken an dem Netzwerk „SOS nach Vergewaltigung“ zur vertraulichen Spurensicherung beteiligt. Koordiniert wird das Angebot seit 2019 vom Brandenburgischen Landesinstitut für Rechtsmedizin.