Thüringer Sozialgipfel fordert gezielte Steuerung sozialer Angebote
Erfurt (epd).

Angesichts wachsender sozialer und wirtschaftlicher Herausforderungen fordern Fachleute eine stärkere und verbindliche Sozialraumplanung in Thüringen. Zu berücksichtigen seien unter anderem der demografische Wandel, zunehmende soziale Ungleichheit und immer komplexere Anforderungen an Städte und Gemeinden, empfahl der diesjährige Thüringer Sozialgipfel am Dienstag in Erfurt. Klassische, nach einzelnen Bereichen getrennte Planungen etwa in Jugendhilfe, Bildung oder Gesundheit reichten nicht mehr aus, um die vielfältigen Lebenslagen der Menschen angemessen zu berücksichtigen.

Stattdessen braucht es den Angaben zufolge fachübergreifende, abgestimmte Ansätze, die unterschiedliche Bereiche wie Soziales, Bildung, Wohnen und Gesundheit zusammenführen. Ziel sei es, die Lebensbedingungen vor Ort nachhaltig zu verbessern und eine bedarfsgerechte Infrastruktur zu sichern. Bislang sei eine solche integrierte Planung in Thüringen jedoch nur in Ansätzen vorhanden.

Sozialplanung soll Pflichtaufgabe sein

In einem parallel zum Gipfel veröffentlichten Forderungspapier wurde vorgeschlagen, die Sozialraumplanung gesetzlich als Pflichtaufgabe für Kommunen festzuschreiben und klare Zuständigkeiten in den Verwaltungen zu schaffen. Zudem sollen Bund und Länder die Kommunen stärker unterstützen, insbesondere durch mehr Personal und eine verlässliche Finanzierung. Auch eine bessere Datengrundlage sei nötig, um Bedarfe frühzeitig zu erkennen.

Der Thüringer Sozialgipfel findet in der Regel alle zwei Jahre statt und wird von der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, dem Landesseniorenrat, dem DGB und weiteren Partnern ausgerichtet.