Studie: Im Schnitt mehr als 500 Euro für Studentenzimmer in WG
Berlin (epd).

Studierende und Auszubildende sind laut einer Analyse mit überdurchschnittlich steigenden Wohnkosten konfrontiert. Ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft koste derzeit im Schnitt 512 Euro Warmmiete monatlich, teilte das Moses Mendelssohn Institut am Montag in Berlin auf Basis einer eigenen Untersuchung mit. Das seien 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Laut der Analyse ist das Wohnen für Studis und Azubis in Berlin mit durchschnittlich 650 Euro warm und Bayern mit 605 Euro am teuersten. Im Osten seien studentische Wohngelegenheiten noch günstiger (Sachsen-Anhalt mit 358 Euro, Sachsen mit 372 Euro), doch der Abstand schließe sich. Während in Metropolen die Mieten auf hohem Niveau stagnierten, seien sie in anderen Regionen stark gestiegen. Das Institut hatte für seine Studie mehr als 10.500 Mietangebote ausgewertet.

Energiepreise weiterer Unsicherheitsfaktor

Der Geschäftsführende Direktor im Moses Mendelssohn Institut, Stefan Brauckmann, verwies darauf, dass die aktuelle Mietpreisentwicklung oberhalb der Inflationsrate liege und daher eine wachsende Belastung für Haushalte bedeute, die ohnehin einen großen Anteil ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben müssten. Die Entwicklung der Energiepreise sei ein weiterer großer Unsicherheitsfaktor, sagte Brauckmann: „Bei Wohngemeinschaften und in Wohnheimzimmern machen die Nebenkosten einen vergleichsweise großen Anteil aus.“

Der derzeitige Preistrend könne sich beschleunigen, falls die Energiepreise aufgrund der instabilen Weltlage weiter stiegen, erklärte Brauckmann. Das Moses Mendelssohn Institut forderte mehr Angebote an preiswertem Wohnraum und Wohnheimplätzen.