Der Arbeitsmarkt in Ostdeutschland ist laut einer Studie zunehmend auf Arbeitnehmer aus dem Ausland angewiesen. Knapp 160.000 Fachkräfte aus anderen Ländern arbeiten in den ostdeutschen Flächenländern in sogenannten Engpassberufen, wie eine am Freitag vorgelegte Erhebung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln ergab. Dabei handle es sich um Berufsgruppen wie Ärzte, Pflegepersonal, Lkw-Fahrer und Köche.
Für den ostdeutschen Arbeitsmarkt seien ausländische Fachkräfte „unverzichtbar“, erklärte das IW. Seit 2019 hätten mehr deutsche Staatsbürger den Arbeitsmarkt verlassen als nachfolgen. Ohne ausländische Fachkräfte sehe die Beschäftigungslage in vielen Bereichen deshalb „düster aus“.
Fast jeder vierte Lkw-Fahrer aus dem Ausland
Ohne ausländische Beschäftigte gerate etwa die ostdeutsche Logistik ins Stocken, hieß es. Fast jeder vierte Lkw-Fahrer, insgesamt mehr als 21.000 Menschen, hat den Angaben zufolge keinen deutschen Pass. Knapp 10.000 arbeiten in der Lagerwirtschaft, rund 6.700 in der Kfz-Technik. Auch die medizinische Versorgung wäre gefährdet, hieß es. Mehr als 5.000 Ärztinnen und Ärzte sowie rund 4.500 Pflegekräfte in Ostdeutschland haben laut dem IW keinen deutschen Pass.
Besonders stark hänge die Gastronomie von Zuwanderung ab, hieß es weiter. In der Fleischverarbeitung ist laut der Studie dort jeder zweite Beschäftigte Ausländer, insgesamt rund 4.700 Menschen. Unter den Köchen ist es mit rund 6.700 Personen gut jeder Fünfte. Im Gastronomieservice arbeiten fast 6.500 Ausländer. Damit habe dort etwa jeder vierte keinen deutschen Pass.