Sachsen-Anhalts Wohlfahrtsverbände fordern "echte Teilhabe"
Magdeburg (epd).

Wohlfahrtsverbände in Sachsen-Anhalt fordern vor der Landtagswahl im September mehr Einsatz für die Rechte von Menschen mit Behinderungen. Das neue Landesparlament und die künftige Landesregierung müssten Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe zu einem zentralen Ziel der Landespolitik machen, teilte die Liga der Freien Wohlfahrtspflege am Montag in Magdeburg mit.

Die Verbände kritisieren insbesondere die Verfahren zur Bewilligung von Unterstützungsleistungen. Diese seien häufig zu bürokratisch, langwierig und intransparent. Erforderlich seien individuelle Bedarfserhebungen sowie einfache und verlässliche Verfahren nach dem Prinzip „ein Antrag, ein Gespräch, eine Entscheidung“. Zugleich müsse die Eingliederungshilfe ausreichend finanziert werden.

Übergang in reguläre Beschäftigung erleichtern

Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Mitteldeutschland, Oberkirchenrat Christoph Stolte, erklärte, Menschen mit Beeinträchtigungen hätten ein gesetzlich verbrieftes Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, gleichberechtigte Teilhabe und gesellschaftliche Anerkennung. Handlungsbedarf bestehe auch auf dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt. Es fehlten in Sachsen-Anhalt beispielsweise barrierefreie Wohnungen und sozial gebundener Wohnraum.

Zudem hätten Menschen mit Behinderungen kaum Zugang zum allgemeinen Arbeitsmarkt. Arbeitgeber müssten stärker über deren Fähigkeiten informiert und gezielt unterstützt werden, sagte ein Liga-Sprecher. Auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Werkstätten für Menschen mit Behinderungen und Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes könne den Übergang in reguläre Beschäftigung erleichtern.