Paritätischer: Pflegeheimen fehlt Finanzierung für Hitzeschutz-Umbau
Berlin (epd).

Die Pflegeeinrichtungen in der Hauptstadt sind laut dem Paritätischen Berlin finanziell und technisch nicht ausreichend für die Herausforderungen des Klimawandels ausgestattet. Mögliche Umbaumaßnahmen für den Hitzeschutz seien „nicht refinanziert“, sagte Eva-Maria Riegel aus dem Referat Pflege und Altenhilfe des Wohlfahrtsverbands dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Viele Pflegeheime seien aufgrund ihres Alters an den Klimawandel „architektonisch nicht angepasst“. Gleichzeitig unterlägen sie oft strengen baulichen Vorgaben, teilweise auch dem Denkmalschutz. Technische Lösungsansätze würden „fast immer auf Kosten der pflegebedürftigen Menschen gehen“.

Individuelle Hitzekonzepte in den Einrichtungen

Pflegeeinrichtungen seien laut Sozialgesetzbuch dazu verpflichtet, Krisenkonzepte vorzuhalten. „Hitze wird dabei nicht explizit genannt“, sagte Riegel. Konzepte dazu gäbe es aber in vielen Einrichtungen.

Bei Extremtemperaturen greifen demnach die einrichtungsindividuellen Hitzeschutzkonzepte der Einrichtungen. Diese seien gekoppelt an amtliche Warnmeldungen des Deutschen Wetterdienstes. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts kam es zu bereits fast 10.000 hitzebedingten Toten in diesem Jahr. Zu einer möglichen Häufung in Pflegeheimen lägen keine Zahlen vor.

Strom-Blackout schlimmer

Auf Hitzewellen seien die Einrichtungen durch die Schutzkonzepte einigermaßen vorbereitet, sagte Riegel. Schlimmer sei der mehrtägige Strom-Blackout Anfang des Jahres gewesen.

Zum Ende des Jahres 2025 gab es in Berlin demnach 418 Pflegeeinrichtungen mit insgesamt 33.470 Plätzen. 4.500 davon befänden sich in 37 vollstationären Pflegeeinrichtungen des Paritätischen.