Prognose: Deutliche Zunahme von Demenzfällen bis 2060
Berlin, Potsdam (epd).

Die Zahl der Demenzerkrankungen wird laut einer Studie in Berlin und Brandenburg bis 2060 stark zunehmen. In Brandenburg seien 40 Prozent mehr Demenzfälle möglich, in Berlin 80 Prozent, hieß es in einer am Montag in Berlin veröffentlichten Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK in Zusammenarbeit mit den Universitäten Trier, Rostock und Köln. Derzeit gebe es in Berlin rund 51.500 Erkrankte, in Brandenburg rund 50.000.

Für die langfristige Entwicklung der Fallzahlen sei die Neuerkrankungsrate entscheidend. Würde sie durch Prävention um ein bis zwei Prozent pro Jahr sinken, könnte sich die Zahl der Erkrankten bis 2060 laut Studie in Brandenburg zwischen 44.300 und 53.000 einpendeln, in Berlin zwischen 45.300 und 66.100.

Ländliche Regionen stärker betroffen

In der Zukunft gebe es zudem weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter, die einen Demenzkranken versorgen können. In Brandenburg seien es 2020 noch rechnerisch 32 Personen gewesen, in Berlin 45 Menschen pro Krankheitsfall. 2060 seien es in beiden Ländern rund 14. Gleichzeitig seien ländliche Regionen mit älterer Bevölkerung deutlich stärker betroffen: Im Landkreis Elbe-Elster gebe es 2060 rund fünf Erwerbstätige pro Mensch mit Demenz.

Nach heutigem Forschungsstand hänge ein großer Teil der Demenzerkrankungen mit veränderbaren Risikofaktoren zusammen. Durch soziale Kontakte, eine ausgewogene Ernährung sowie eine Behandlung von Risikoerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und Hörverlust könnte das Gehirn gesund altern, hieß es.