Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) plädiert nach dem schlechten Abschneiden deutscher Schülerinnen und Schüler bei der Pisa-Studie für stärkere Zugangsbeschränkungen zu Social Media. Sie sei überzeugt, dass die Pisa-Ergebnisse auch mit Bildschirmzeiten und Social-Media-Nutzung zu tun hätten, sagte Prien am Mittwoch im RBB-Inforadio: „Dass die Kinder sich nicht mehr konzentrieren können, dass sie keine Ausdauer mehr haben, dass sie auch nicht mehr in der Lage sind, sinnentnehmend zu lesen, hat etwas mit Social Media und Bildschirmzeit zu tun.“
Prien plädierte für eine Altersbeschränkung und bessere Medienerziehung: „Wir können nicht riskieren, dass unsere Kinder im digitalen und KI-Zeitalter immer weniger in der Lage sind, kritisch zu denken und immer weniger in der Lage sind, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen.“
Wirksame Altersverifikation
Sie werde in den kommenden Wochen entsprechende Vorschläge im Kabinett vorlegen, sagte die Bildungsministerin. Gleichzeitig setzt Prien auf eine europäische Lösung bei Altersbeschränkungen und einer wirksamen Altersverifikation.
Bei der neuen Pisa-Bildungsstudie schneiden Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht ab wie nie zuvor. Die getesteten 15-Jährigen erzielten demnach die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen. Jedem dritten Jugendlichen fehle grundlegende Kompetenz in Lesen und Mathematik, jedem vierten in Naturwissenschaften. Gut jeder Fünfte hat in keinem der drei Felder ausreichende Basiskompetenzen