In Sachsen sind nach Einschätzung der Diakonie immer mehr Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen oder unmittelbar davon bedroht. Im vergangenen Jahr seien 3.575 Betroffene in Beratungsstellen oder der Wohnungsnotfallhilfe der Diakonie beraten und unterstützt worden, teilte der Wohlfahrtsverband am Mittwoch in Radebeul bei Dresden mit. 2020 waren es den Angaben zufolge noch 3.187 Menschen.
Laut einer offiziellen staatlichen Erhebung lebten in Sachsen zu Beginn des Jahres 5.590 wohnungslose Menschen in Notunterkünften oder stationären Einrichtungen. 2025 waren es demnach 4.535 Betroffene. Menschen, die auf der Straße leben oder kurzzeitig bei Bekannten ohne Mietvertrag unterkommen, werden in dieser Statistik nicht erfasst.
Dem „Lebenslagenbericht“ der Diakonie zufolge betrifft die Notsituation nach wie vor hauptsächlich Männer. Etwa ein Drittel der Betroffenen waren Frauen. Fast die Hälfte aller Klientinnen und Klienten sei wohnungslos gewesen.
Jüngere Generation betroffen
Der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Sachsen, Dietrich Bauer, kritisierte bürokratische und digitale Hürden. „Menschen in existenziellen Notlagen brauchen schnelle und verlässliche Hilfe“, erklärte er.
Vor allem die jüngere Generation sei betroffen: Die meisten Wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen waren laut Diakonie zwischen 18 und 24 Jahre alt. Rund 13 Prozent aller Fälle betrafen Familien mit Kindern. Insgesamt seien mehr als 460 Kinder unmittelbar von der Wohnungsnot ihrer Familien betroffen gewesen, hieß es. Am 11. September ist Tag der Wohnungslosen.