Die Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser (ZIF) hat einen Ausbau der Schutzeinrichtungen gefordert. Eine Analyse der Online-Suche nach freien Frauenhaus-Plätzen auf der eigenen Internetseite habe im vergangenen Jahr in mehreren Zehntausend Fällen zu einer Fehlermeldung geführt, teilte der Verein am Montag in Berlin zum fünfjährigen Bestehen der spendenfinanzierten Internetseite (frauenhaus-suche.de) mit.
Aktuell seien 329 Frauenhäuser und Notaufnahmen sowie 27 Schutzwohnungen auf der Seite registriert. Im vergangenen Jahr sei mehr als 36.000 Schutzsuchenden angezeigt worden: „Es konnte kein Frauenhaus gefunden werden“, erklärte der Verein.
Selbstbestimmung der Frauen wahren
Wichtige Faktoren für das Finden eines Frauenhausplatzes sind demnach unter anderem die Anzahl der Kinder, mögliche Behinderungen, der Wohn- und Arbeitsort sowie Verpflichtungen am ursprünglichen Wohnort und Haustiere. Nadine Weber von der ZIF erklärte: „Es nützt einer Frau nichts, wenn ein Frauenhausplatz in Hamburg frei ist, während ihre Arbeit, ihre Freundinnen und die Schule ihrer Kinder in Bamberg sind.“
Die Webseite zeige, dass Hilfsangebote, die tatsächlich an den Bedürfnissen der Gewaltbetroffenen orientiert sind, Wirkung haben. „Sich vom Partner zu trennen, ist selbst bei erlebter Gewalt für viele Frauen eine sehr große Hürde“, erklärte Weber. Die Selbstbestimmung und das Wahlrecht der Betroffenen zu wahren, sei deshalb bei der Suche nach einem Frauenhausplatz ein ganz entscheidender Faktor. Deshalb sei unter anderem der Ausbau der Frauenhausplätze für unterschiedliche Bedürfnisse notwendig.