In Brandenburg beginnt nach Aussage von Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) ein besonders schwieriges Schuljahr. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler steige um knapp 1.000 auf insgesamt rund 324.400, sagte Hoffmann am Mittwoch in Cottbus. Zugleich sinke die Zahl der Lehrkräfte um rund 100 Vollzeitstellen auf etwa 22.000 Pädagoginnen und Pädagogen. Damit gingen große Belastungen und auch Einschnitte bei der Qualität einher. Am Montag beginnt nach den Sommerferien der Unterricht im neuen Schuljahr.
Hoffmann sagte, Schulabschlüsse könnten dennoch gewährleistet werden. Unter anderem würden Lehrkräfte verstärkt für regulären Unterricht eingesetzt. Die Entlastungsstunde für Lehrerinnen und Lehrer zum Ausgleich für eine bereits erhöhte Unterrichtsverpflichtung werde zum Februar gestrichen. Mehr als 400 Lehrkräfte seien an andere Schulen umgesetzt worden, im Wesentlichen freiwillig. Geplant sei auch, Teilzeitlehrkräfte zu bewegen, ihre Stundenzahl auszuweiten.
Online-Kurse und unbesetzte Stellen
Hoffmann betonte, die Zahl der Unterrichtsstunden sei deutlich höher, als von der Kultusministerkonferenz vorgegeben, und auch höher als in Sachsen und Thüringen. Diese zusätzlichen Stunden seien für Schulabschlüsse nicht erforderlich und sollen zum nächsten Schuljahr verringert werden. Einige Fächer würden zudem künftig per Online-Kurs schulübergreifend angeboten, darunter Latein und Psychologie.
In Brandenburg gibt es 958 Schulen, darunter 202 in freier Trägerschaft. An den öffentlichen Schulen seien derzeit 313 Vollzeitstellen nicht besetzt, sagte Hoffmann. Dies sei Ausdruck des zunehmenden Lehrkräftemangels.