Liga mahnt ausreichende Finanzierung der Schuldnerberatung an
Radebeul (epd).

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege Sachsen warnt vor Kürzungen in der Schuldnerberatung. Im Entwurf zum sächsischen Doppelhaushalt 2027/2028 seien die Mittel für die Verbraucherinsolvenzberatung zwar nahezu stabil geblieben, teilte die Diakonie Sachsen am Mittwoch in Radebeul bei Dresden mit. Der „angemeldete notwendige Mittelaufwuchs“ sei aber nicht berücksichtigt worden. Die Diakonie hat derzeit den Vorsitz der Liga in Sachsen.

Die Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung sei ein zentrales Arbeitsfeld der Freien Wohlfahrtspflege, hieß es. Menschen, die von Überschuldung betroffen oder bedroht sind, müssten ihre finanzielle Handlungsfähigkeit zurückzugewinnen. Nur dann könnten soziale Folgeschäden wie Wohnungsverlust, psychische Belastungen oder langfristige Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt vermieden werden.

Sozialen Absturz vermeiden

Die Liga fordert daher „eine bedarfsgerechte und kostendeckende Finanzierung der Schuldnerberatung im Freistaat“. Investitionen in Beratung schützten „nicht nur Einzelne vor sozialem Absturz, sondern stärken den sozialen Frieden und die wirtschaftliche Stabilität in Sachsen“.

Im Jahr 2024 erhielten laut Liga in Sachsen mehr als 22.800 Menschen Unterstützung in 68 Schuldnerberatungsstellen der Freien Wohlfahrtspflege. Es gebe jedoch „lange Wartezeiten, weite Wege und fehlende Kapazitäten“, hieß es. Der Beratungsbedarf könne nicht vollständig gedeckt werden. Ohne ausreichende Finanzierung drohen noch längere Wartezeiten sowie mehr Versorgungslücken.

Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen ist der Zusammenschluss von sieben Spitzenverbänden im Freistaat.