"Liegenddemo" für Betroffene von Covid-Langzeitfolgen
Berlin (epd).

Mehr als 1.000 Menschen haben am Samstag in Berlin vor dem Brandenburger Tor für eine bessere Gesundheitsversorgung für Betroffene des Chronischen Fatigue Syndroms (ME/CFS) demonstriert. Sie kritisierten fehlende Aufklärung, eine unzureichende Versorgung Erkrankter und mangelnde Forschung zur Entwicklung von Medikamenten und Therapien. Bundesweit waren für das Wochenende mehr als 30 sogenannter Liegenddemos angekündigt. Das Motto lautete „Die Zeit läuft ab - unser Leben zerrinnt!“.

In Berlin saßen und lagen die Teilnehmer vor dem Brandenburger Tor, um auf die verheerenden Folgen für die Betroffenen aufmerksam zu machen. An ME/CFS Erkrankte sind oftmals so schwach, dass sie nicht mehr aus dem Bett aufstehen können. Zudem waren zahlreiche Schulrucksäcke aufgestellt, um auf das Schicksal der Kinder hinzuweisen, die wegen der Erkrankung teilweise seit Jahren nicht mehr am Schulunterricht teilnehmen können. Aufgerufen hatte dazu die Initiative Liegenddemo, ein Zusammenschluss aus Erkrankten, Angehörigen und Unterstützenden.

Aktuell rund 650.000 Erkrankte

ME/CFS steht für Myalgische Enzephalomyelitis und ist eine neuroimmunologische Erkrankung meist nach Infekten, die zu einer schweren körperlichen Behinderung führen kann. Dazu gehört etwa Long Covid nach einer Corona-Infektion. Hauptmerkmal ist eine Zustandsverschlechterung nach bereits geringer Belastung. Die Deutsche Gesellschaft für ME/CFS geht aktuell von rund 650.000 Erkrankten in Deutschland aus. Vor der Corona-Pandemie seien rund 250.000 Menschen davon betroffen gewesen.