Land stärkt Pädagogen mit Wegweiser den Rücken gegen Extremismus
Magdeburg (epd).

Erstmals erhalten Lehrkräfte und Sozialpädagogen in Sachsen-Anhalt einen Wegweiser zum Umgang mit Extremismus. Um Orientierung bei extremistischen Aussagen in Schulen oder Jugendklubs zu bieten, haben Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) und Bildungsminister Jan Riedel (CDU) am Dienstag in Magdeburg diesen Wegweiser und eine Handreichung zur politischen Neutralität vorgestellt.

Damit werde eine kompakte und praxisnahe Übersicht über Beratungs- und Unterstützungsangebote zur Verfügung gestellt. Neben Ansprechpartnern und Fortbildungsangeboten würden konkrete Hilfen für den Umgang mit Extremismus, Rassismus oder Diskriminierung gebündelt.

Demokratische Werte erfordern klare Haltung

„Unsere Schulen sind Orte der Demokratie. Lehrkräfte dürfen, sollen und müssen Haltung zeigen, wenn es um die Werte der freiheitlich demokratischen Grundordnung geht“, sagte der Bildungsminister. Das sei „kein parteipolitisches Handeln, sondern unser gemeinsamer Auftrag“, sagte Riedel.

Sozialministerin Grimm-Benne ergänzte: „Demokratie lebt davon, unterschiedliche Erfahrungen ernst zu nehmen und miteinander im Gespräch zu bleiben. Mit dem Wegweiser stärken wir den pädagogischen Fachkräften den Rücken.“

Demokratische Grundhaltungen gerieten jedoch unter Druck und extremistische Inhalte verbreiteten sich auch über soziale Medien. Lehrkräfte würden sich immer häufiger mit antidemokratischen Äußerungen, Falschinformationen und Radikalisierungstendenzen konfrontiert sehen. Hierbei erhielten die Pädagogen nun Rückendeckung, um sich klar gegenüber menschenfeindlichen und verfassungswidrigen Positionen abzugrenzen.