Mehr Hitzeschutz für Pflegebedürftige gefordert
Berlin (epd).

Das Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin fordert einen besseren Schutz von pflegebedürftigen Menschen vor hohen Temperaturen. Dazu sollten Maßnahmen im Gesundheits- und Pflegesystem ausgebaut werden, erklärte das Bündnis am Montag in Berlin. Anlass ist der bevorstehende Hitzeaktionstag am 11. Juni.

Ältere und pflegebedürftige Menschen hätten häufiger ein vermindertes Durstgefühl und seien daher besonders gefährdet zu dehydrieren, argumentierte das Bündnis. Zudem könne Hitze bestehende und gesundheitliche Einschränkungen pflegebedürftiger Menschen zusätzlich verschlechtern. Das Bündnis wies auf die große Zahl der betroffenen Personen in der Hauptstadt hin: Rund 240.000 Berlinerinnen und Berliner seien 80 Jahre und älter, 212.000 Menschen seien pflegebedürftig.

Czyborra: Senat nimmt Thema „sehr ernst“

Gesundheitssenatorin Ina Czyborra (SPD) betonte, dass der Senat die „gesundheitlichen Folgen der Klimakrise sehr ernst“ nehme und verwies auf den im vergangenen Jahr beschlossenen Hitzeaktionsplan. Auch der Präsident der Ärztekammer Berlin, Peter Bobbert, warnte vor Hitze als erheblichem Gesundheitsrisiko. Allein im vergangenen Sommer seien rund 2.600 Menschen in Deutschland an den Folgen von Hitze gestorben, erklärte er. Hitze stelle eine „massive und zunehmende Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem dar“.

Das 2022 gegründete Aktionsbündnis ist ein Zusammenschluss von Akteurinnen und Akteuren des Berliner Gesundheitswesens. Es wurde durch die Ärztekammer Berlin, die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit und die Senatsgesundheitsverwaltung initiiert.