Kältehilfe bekommt neue Kältebusse und Unterstützung durch Tafel
Berlin (epd).

Die Kältehilfe für obdachlose Menschen in der Hauptstadt wird in den kommenden Tagen witterungsbedingt aufgestockt. Zusätzliche Angebote wie die Kältebusse der Berliner Stadtmission sind ab Sonntag im Einsatz. Die Zahl der Übernachtungsplätze in den Notunterkünften soll von anfangs rund 670 im Oktober ab November um mehr als ein Drittel ansteigen. Die Übernachtungsplätze waren aufgrund der zurückgehenden Nachttemperaturen bereits in den vergangenen Tagen gut ausgelastet. Die Berliner Tafel will das Kältehilfe-Netzwerk weiter unterstützen.

Ab dem 1. November ist die Berliner Stadtmission wieder jede Nacht mit drei Einsatzfahrzeugen zwischen 20 Uhr und 1.30 Uhr in der Früh unterwegs. Darunter sind zwei neue umgebaute VW-Crafter mit elektrischer Hebebühne um etwa Menschen im Rollstuhl befördern zu können. Anfang des Jahres erlitten bei einem Brandanschlag zwei der drei Kältebusse einen Totalschaden. Das dritte Fahrzeug wurde beschädigt. Bis zum Beginn des Frühjahrs war die Stadtmission dann mit Leihfahrzeugen nachts unterwegs.

Für Reparatur und Neuanschaffung der Wagen waren Spenden in Höhe von mehr als 338.700 Euro zusammengekommen. Als Täter der Fahrzeugbrände wurde ein 43-Jähriger ermittelt. Er wurde im August vom Berliner Landgericht wegen einer paranoiden Schizophrenie dauerhaft im Maßregelvollzug untergebracht.

Von Ehrenamtlichen betrieben

Die Kältebusse werden den Angaben zufolge von 60 Ehrenamtlichen und zwei Festangestellten betrieben. Sie versorgen vom 1. November bis zum 31. März obdachlose Menschen auf der Straße mit Schlafsäcken, heißem Tee oder Suppe und bringen sie auf Wunsch auch in Notunterkünfte.

Die Berliner Tafel beliefert nach eigenen Angaben aktuell rund 40 Organisationen, die in der Kältehilfe aktiv sind. Das seien rund ein Zehntel aller Einrichtungen, die von der Tafel regelmäßig mit Lebensmittelspenden und anderem bedacht werden. Derzeit profitierten rund 7.100 Personen pro Woche in Kältehilfe-Einrichtungen von den Lebensmitteln der Tafel. Dabei werde oft nach weichem Brot und Bananen gefragt, da viele obdachlose Menschen aufgrund von Zahnproblemen nicht gut kauen könnten, hieß es. Erwünscht seien aber auch Hygieneprodukte wie Deo, Duschzeug, Trockenshampoo und Einmal-Rasierer sowie pfandpflichtige Pet-Getränkeflaschen.

Mehr Notübernachtungsplätze geplant

Zum Start der Berliner Kältehilfe am 1. Oktober standen laut Senatssozialverwaltung 669 Notübernachtungsplätze zur Verfügung. Ab dem 1. November soll sich die Zahl auf rund 930 erhöhen. Die tagesaktuell verfügbare Anzahl an Plätzen schwankt dabei, da es sich oft nur um vorübergehend zur Verfügung stehende Räumlichkeiten handelt. Als Ziel hatte die Kältehilfe-Koordination zum Saisonstart 1.000 Notübernachtungsplätze für die Wintermonate formuliert.

Die Berliner Kältehilfe ist ein Angebot von Kirchengemeinden, Wohlfahrtsverbänden, Vereinen und Initiativen in Zusammenarbeit mit der Senatssozialverwaltung. Sie organisieren Notübernachtungen, Nachtcafés, Suppenküchen und Treffpunkte, um zu verhindern, dass Menschen ohne Unterkunft erfrieren müssen. Die Angebote der Kältehilfe können anonym genutzt werden.

Von Lukas Philippi (epd)