Ein Bündnis fordert von der künftigen Berliner Regierung den Aufbau eines Netzes von Kiezkantinen in der Hauptstadt. In einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben appellieren über 70 Organisationen sowie Expertinnen und Experten, gesunde Mahlzeiten für jeden zugänglich zu machen. Zu den Unterzeichnenden gehören unter anderem der Ernährungsrat Berlin, die Landesarmutskonferenz, das FoodFirst Informations- und Aktions-Netzwerk sowie Forschende und zivilgesellschaftliche Akteure.
Das Bündnis mahnt, dass der Zugang zu gesunder Nahrung zur öffentlichen Daseinsvorsorge gehöre. Jeder zehnte Berliner lasse aus finanzieller Not Mahlzeiten aus. Sogenannte Kiezkantinen könnten den Zugang zu bezahlbaren Mahlzeiten sichern. Ein Konzept der aus der Wahl als Siegerin hervorgegangenen Linkspartei sehe öffentlich finanzierte Kantinen vor, bei denen es gesundes Essen ab drei Euro geben soll.
In der Haushaltsplanung des nächsten Senats verankern
Konkret wird in dem offenen Brief gefordert, Kiezkantinen im Koalitionsvertrag des nächsten Senats und der Haushaltsplanung zu verankern. Zudem solle die mögliche Koalition bestehende Essensausgabe-Strukturen ausbauen. Die Förderung müsse mit guten Arbeitsbedingungen, Inklusion sowie dem Bezug nachhaltiger und regionaler Lebensmittel verknüpft werden. Bildungsarbeit sowie eine langfristige Perspektive seien ebenfalls einzubeziehen.
Das Bündnis verweist in dem Appell auf einen Passus des Sondierungspapiers von Linken, Grünen und SPD. Darin wird als Ziel auch eine „wohnortnahe Versorgung der Berliner mit bezahlbarem und gesundem Essen in öffentlich zugänglichen Begegnungsräumen“ genannt.